Diese Nazi-Plakate kämpfen gegen rechten Hass

Social-Media-Kampagne

Walter Lübcke wurde mutmaßlich von einem Rechtsextremisten ermordet. Viele, wie Peter Tauber (CDU), machen die zunehmende Verrohung der Sprache für die Tat mitverantwortlich. Gerade in Social Media lassen die Extremisten ihrem Hass freien Lauf. Circa 12.000 von ihnen sind laut Verfassungsschutz bereit die Gewalt auch auf die Straße zu tragen. „Die Worte sind zurück. Die Taten müssen wir verhindern.“ Unter diesem Titel kämpft der Verein „Laut gegen Nazis“ mit einer Social-Media-Plakatkampagne gegen den rechten Hass. Die zuständige Agentur Brinkert Metzelder nutzt dafür krasse Motive.

Historische Fotos aus dem Dritten Reich, auf denen Nazis Plakate hochhalten, werden mit aktuellen Hasskommentaren aus Facebook, Twitter und Youtube versehen. Die Aufnahmen stammen aus den 1930er Jahren. Im Original zeigen sie judenfeindliche Hetze wie: „Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!“ So machten die Nazis Stimmung gegen Minderheiten, die letztlich im industriellen Massenmord von sechs Millionen Unschuldigen mündete.

Die Gesellschaft muss sich gegen Hass wehren

Stimmung wie damals machen Rechte heute vorwiegend im Netz. So soll Angela Merkel „gesteinigt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden“ oder man will eine „SA gründen und aufräumen“. Die Kampagne von „Laut gegen Nazis“ will verhindern, dass Worte wie in den 30ern auch heute zu Taten werden. Die Gesellschaft muss sich diesmal aktiv gegen den Hass stellen.

Historische Fotos aus dem Dritten Reich, auf denen Nazis Plakate hochhalten, werden mit aktuellen Hasskommentaren aus Facebook, Twitter und Youtube versehen.

Zum Öffnen der Bildergalerie klicken Sie auf das Foto. (c) Laut gegen Nazis/Brinkert Metzelder

„Worte und Morde eint, dass sie nur einen Klick brauchen, um irreparablen Schaden anzurichten. Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, sind wir alle gefordert, nicht wegzusehen, sondern unsere Stimme gegen Hass im Netz aktiv zu erheben und mit aller Schärfe gegen rechtsextreme Postings vorzugehen“, sagt Raphael Brinkert, Gründer von Brinkert Metzelder. Jörn Menge, Initiator von „Laut gegen Nazis“, sieht das ähnlich: „Wenn man sich Postings im Netz anschaut, über den widerlichen Mord an Walter Lübcke in den Medien liest oder auf der Straße Neonazi-Aufmärsche sieht, ist es dringend nötig, unsere Stimme gegen Hass zu erheben. Wir alle sind gefordert, #lautgegenNazis zu sein“.

Noch bis zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am 1. September läuft die Kampagne, dessen Motive von Dritten kostenfrei genutzt werden dürfen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die AfD dort stärkste Kraft werden könnte. In einer aktuellen INSA-Umfrage liegt die AfD bereits mit 25 Prozent als stärkste Kraft knapp vor der CDU. Ähnlich sieht es in Brandenburg aus, wo die SPD laut Infratest dimap nur noch hinter der AfD auf Platz zwei kommt.