Journalist*innen lehnen Gendern in Pressemitteilungen ab

Sprache in der Medienarbeit

Laut einer Umfrage lehnt eine Mehrheit von Wirtschaftsjournalist*innen in Deutschland gender-neutrale Formulierungen, die gegen die gängigen Rechtschreibregeln verstoßen, in der Unternehmenskommunikation ab. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschaftsforschungsinstitut Dr. Doeblin, das im Dezember 2021 148 Wirtschaftsjournalist*innen aller Mediengattungen befragt hat.

Allgemein akzeptiert sind demnach Paarnennungen wie „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ (drei Viertel der Befragten). Knapp die Hälfte der Journalist*innen akzeptiert auch Verlaufsformen („Mitarbeitende“). Unter den Befürworter*innen geschlechtergerechter Sprache sind der Gender-Stern (15 Prozent) und der Doppelpunkt (14 Prozent) am beliebtesten.

Kritisiert wird unter anderem eine schlechtere Lesbarkeit von Texten. Unternehmenskommunikation solle „klar und schnell zu erfassen sein“, dies sei durch die Verwendung von Gender-Zeichen nicht gegeben. Zudem wird eine fehlende Einheitlichkeit kritisiert.