Druck auf Hornbach: Rassismus und Sexismus?

Missglückte Frühjahrskampagne

„So riecht das Frühjahr“, heißt Hornbachs neuer Werbespot, den die Baumarkt-Kette kürzlich auf Youtube veröffentlichte. Bäume, Gräser, Blütenmeere erscheinen möglicherweise vor dem inneren Auge.  Tatsächlich zeigt das Video eine asiatische Frau, die aus einem Automaten eine Tüte zieht und glücklich daran schnüffelt. Der Inhalt: Die verschwitzte Unterwäsche eines (weißen) Gärtners.

 

 

Kaum verwunderlich, dass der Spot eher mäßige Begeisterung auslöste. Dem Unternehmen wird Sexismus und Rassismus vorgeworfen. Besonders südkoreanische Twitter-Userinnen taten ihren Ärger auf der Plattform lautstark kund. Der Spot sei „gedankenlos und unangemessen“. Eine Online-Petition, die unter anderem die sofortige Löschung des Spots sowie eine Entschuldigung des Unternehmens fordert, erhielt bis Freitagmittag über 6000 Unterschriften. 

Hornbach lud seine Kritiker daraufhin zu einem persönlichen Gespräch ein. In einer Stellungnahme hieß es, das Unternehmen stehe „für ein offenes Miteinander“ und „lehne jegliche Form von Diskriminierung oder gar Rassismus scharf ab“. Man nehme es sehr ernst, wenn sich Menschen aufgrund der Werbung persönlich verletzt fühlten. Zurückgezogen hat das Unternehmen den Spot jedenfalls bisher nicht.

Indessen zieht das Video immer weitere Kreise: Unter dem Hasthtag #Ich_wurde_geHORNBACHt rufen Asiatinnen in Deutschland nun dazu auf, ihre Alltagserfahrungen mit Diskriminierung hierzulande öffentlich zu machen.

 

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