Ausgabe: 2 | 2021

#Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Vor der Corona-Zeit war Klimaschutz bereits das dominierende Thema auf der medialen Agenda. Großen Anteil daran hatten vor allem junge Menschen, die immer wieder auf die Straße gingen und die Politik aufforderten zu handeln. Unternehmen, Verbände und Parteien sind auf den Klimazug aufgesprungen. Fast täglich gaben Unternehmen bekannt, irgendwann in naher oder ferner Zukunft klimaneutral sein zu wollen. Je ferner der Zeitpunkt, desto mehr wirkte dieses Ziel wie Greenwashing. In der Kommunikation ist ein Begriff wieder en vogue, der schon als floskelhaft abgestempelt war: Nachhaltigkeit. Neben ökologischen fallen soziale und gesellschaftliche Aspekte hierunter.

Nachhaltigkeitskommunikation wird in Zukunft vor allem daraus bestehen, dass sie die Transformation der Wirtschaft erklärt. Hier gibt es eine große Unbekannte: die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Produkte kaufen sollen und ihr Verhalten werden ändern müssen. Die inzwischen fast 50 Jahre alte Faustformel „Tue Gutes und rede darüber“ stößt an Grenzen, weil das „Gute“ immer mehr komplexe industrielle Prozesse sind, die eben nicht so anschaulich sind, wie am Strand Müll zu sammeln oder Bäume vor der eigenen Haustür zu wässern. Kommunikation muss erklären und mitnehmen. Belehren und Angst machen funktionieren meist nur für begrenzte Zeit.

In dieser Ausgabe gibt es ein Interview mit Jörg Eigendorf, seit 2016 Kommunikationschef der Deutschen Bank. Die krisenerprobte Großbank hat sich auch auf den Weg gemacht, ihre Investitionen starker an Nachhaltigkeitskriterien zu orientieren. Zusätzlich gibt es einen Artikel über Prominente wie Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und darüber, wie glaubwürdig Celebrities eigentlich sein können, wenn sie sich zu Klimaschützern erklären und in Wirklichkeit einen jährlichen CO2-Fusabdruck haben, den die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben nicht erreichen.

Wir fragen NGOs, welche Anforderungen sie an Nachhaltigkeit von Unternehmen stellen, und analysieren, was es eigentlich bringt, Baume zu pflanzen. Darüber hinaus gibt es ein Interview mit Jan Haase, der die Kommunikation bei Greenpeace leitet. Ein Aktivist der Umweltorganisation, die alles andere als konfliktscheu ist, hat diesen Sommer bei einem Gleitschirmabsturz vor einem EM-Spiel zwei Menschen im Stadion verletzt. Es hagelte Kritik.

Ein weiteres Thema: Wie wollen Unternehmen ihre Angestellten zur Bürorückkehr motivieren? An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die zahlreichen Nachrichten und Kommentare zu unserem Relaunch. Unser Eindruck ist, dass die Namensänderung von „pressesprecher“ zu „KOM“, die Magazin-Optik und der Inhalt auf sehr positive Resonanz gestoßen sind. Wir wurden uns auch in Zukunft über zahlreiches Feedback freuen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Volker Thoms, Chefredakteur

Artikel aus dem Magazin #Nachhaltigkeit