Persönliche Kontakte bleiben am wichtigsten

Lobbying

In den Bereichen Public Affairs und Lobbying bleiben persönliche Treffen mit politischen Entscheidungsträgern der mit Abstand wichtigste Weg, um politische Kontakte zu pflegen. Daran hat auch die Coronazeit nichts geändert. 100 Prozent der von der Kommunikationsberatung MSL zwischen Juli und August befragten Public-Affairs-Verantwortlichen nutzen persönliche Meetings. Es folgen mit rund 82 Prozent E-Mails, mit 77 Prozent eigene Veranstaltungsformate und mit 75 Prozent Telefonanrufe. Nur etwa jeder zweite Befragte nutzt Social Media für diesen Teil der Arbeit.

Die 21. Public-Affairs-Umfrage zeigt ebenfalls, wie wichtig Twitter im politischen Geschäft ist. Vor dem Kauf der Plattform durch Elon Musk haben rund 68 Prozent der Befragten gesagt, dass sie Twitter zur Kontaktpflege verwenden. Linkedin und Xing folgen zusammen mit etwa 64 Prozent, wobei davon auszugehen ist, dass Linkedin hier den deutlich größeren Teil ausmacht. Instagram folgt mit etwa 39 Prozent. Facebook liegt nur noch bei 25 Prozent. Bei den wichtigsten Informationsquellen liegen Online-Medien vor E-Mail-Newslettern und dem klassischen Pressespiegel.

Abgefragt wurde auch die Bewertung zur Kommunikation verschiedener politischer Entscheidungsträger. Während die Befragten die Arbeit von Bundeskanzler Olaf Scholz in Hinblick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eher schlecht bewerten (63,6 Prozent), erhalten Robert Habeck (95,5 Prozent gut oder sehr gut) und Annalena Baerbock (90,9 Prozent gut oder sehr gut) gute Noten. Den Spitzenplatz unter den Parteien belegen ebenfalls die Grünen. Mehr als drei Viertel der Umfrageteilnehmer bewerten die Arbeit der Grünen in Hinblick auf den Konflikt als gut oder sehr gut. 25 Prozent der Public-Affairs-Verantwortlichen geben den Grünen eine hohe Wirtschaftskompetenz. Sie liegen damit nur noch wenig hinter CDU/CSU und der FDP, aber deutlich vor der SPD, die nur rund 11 Prozent für wirtschaftspolitisch kompetent halten.

Die Umfrageergebnisse zur Wirtschaftskompetenz demokratischer Parteien. © MSL

 

Knapp ein halbes Jahr nach Einführung des Lobbyregistergesetzes (LRG) in Deutschland, erfragte MSL auch die Haltung zum neuen Lobbyregistergesetz. Während knapp 90 Prozent der Befragten bereits im Lobbyregister registriert sind, haben über 10 Prozent diesen Schritt noch nicht vollzogen. Dabei wird das LRG in seiner aktuellen Form insgesamt als fair bewertet, knapp 82 Prozent empfinden es als nicht zu streng und wünschen sich dementsprechend auch keine Abschwächung. Doch auch wenn das Lobbyregister bei neun von zehn Befragten keine Auswirkung auf die alltägliche Arbeit hat, wertet der Großteil das Gesetz als zu bürokratisch, mit dem Wunsch einer entsprechenden Überarbeitung.

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