Corona-Kommunikation ist meist Chefsache

Unternehmensumfrage

In 84 Prozent der börsennotierten Unternehmen in Deutschland ist die Corona-Kommunikation Chefsache. Hier ist der Vorstand involviert. Das ergab eine Blitzumfrage der Kirchhoff Consult AG, einem Corporate-Communications-Spezialisten, unter 46 Unternehmensvertretern. Rund drei Viertel der Firmen verfolgen beim Thema Corona eine klare Kommunikationsstrategie beziehungsweise sind gerade dabei, eine zu entwickeln. Nahezu genauso viele Befragte (73 Prozent) gaben an, dass in ihrem Konzern die PR-Abteilung in die Abstimmung zur Krisenkommunikation einbezogen wird.

In der Kommunikation agieren Unternehmen eher defensiv. 80 Prozent sehen sich mit Anfragen verschiedener Stakeholder konfrontiert. Analysten und Journalisten zählen hier zu den häufigsten Fragesteller:innen, gefolgt von institutionellen und privaten Investoren. Obwohl eine Mehrheit angibt, eine Strategie zu haben, äußerte sich mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Firmen bisher nicht öffentlich zu Corona.

Nur vier Prozent setzten eine Ad-hoc-Meldung auf

Die meisten Unternehmen (59 Prozent) sahen bisher wenig Anlass, in ihren Publikationen über den wirtschaftlichen Einfluss des Coronavirus zu berichten. Rund ein Viertel habe das Thema im Geschäftsbericht, ein Fünftel in den Corporate News aufgegriffen. Lediglich vier Prozent fühlten sich verpflichtet, eine Ad-hoc-Meldung aufzusetzen. 

Zu dieser Strategie passt, dass nur wenige der Teilnehmer:innen mittelfristige Auswirkungen auf das Branchenwachstum sehen. 37 Prozent gehen von negativen Effekten aus. Eine Mehrheit von rund 50 Prozent sieht keine Auswirkungen. Neun Prozent, überwiegend Vertreter der Pharma- und IT-Branche, gehen sogar von einem positiven Effekt in 2020 aus. Auch die Ertragslage werde durch Corona kaum beeinflusst. Zwei Drittel der Befragten erwartet keine Auswirkungen.

An der Blitzumfrage der Kirchhoff Consult AG im Zeitraum vom 3. bis 5. März nahmen 46 Unternehmensvertreter teil. 29 der durch sie vertretenen Konzerne sind im DAX, MDAX oder SDAX vertreten. Die meisten Teilnehmer kamen aus den Branchen Technologie/IT (10), Immobilien (7), Automobil (6) und Pharma/Medtech (5).