Acht No-Gos im Social Web

1. Schizophren sein

Die Präsenzen in Social Web sollten von einer Privatperson ein einheitliches Bild ergeben. Ein Netzwerk für Business-Kontakte, eines für private – für Digital Natives ist die Aufspaltung der digitalen Persönlichkeit ein absolutes No-Go.

2. Bei anderen klauen

Statt Inhalte von anderen zu kopieren, sollten Unternehmen sich lieber selbst etwas einfallen lassen. Die Originalität geht verloren, wenn auch der Zehnte das „Supergeil“-Video von Edeka in eigener Version imitiert.

3. Cat Content

Auch will der Digital Native am Freitag keine zwanzig Posts lesen, die mit witzigen Bildern auf das nahende Wochenende hinweisen. Das wiederholte Teilen von Katzen-Bildern lenkt ebenfalls nur vom Wesentlichen ab. Trotz eventuell guter Klickzahlen sind solche Beiträge redundant und überflüssig, da der Bezug zum Unternehmen fehlt.

4. Auf jeden Zug aufspringen

Der Microsoft-Ableger Bing bot im März 2011 in einer Kurznachricht über die Erdbebenopfer in Japan an, für jeden Retweet einen Dollar zu spenden. Eine Katastrophe nutzen, um das Social-Media-Marketing anzukurbeln? Ziemlich geschmacklos. Gleiches gilt für den Aufruf zu Kondolenzbekundungen verstorbener Promis via Facebook-Like.

5. Uninformiert sein

Der Onlineshop Celeb Boutique twitterte 2012: „#Aurora ist Trend, bestimmt wegen unserem von Kim Kardashian inspirierten #Aurora-Kleid. ;)“ Der Hashtag stand allerdings für den Amoklauf in der amerikanischen Kleinstadt Aurora. Entweder schlecht informiert oder völlig daneben – auf jeden Fall ein Tabu.

6. Den Bogen überspannen

Ein Ping-Pong-Spiel per Twitter, in dem sich Unternehmen und Kunden witzige Nachrichten hin- und herschicken, kann für eine Weile amüsant sein. Aber: Irgendwann reicht es! Entspinnt sich daraus ein Wettstreit-Marathon der Schlagfertigkeit, ist der Bogen überspannt.

7. Die Webseite vernachlässigen

Was viele Unternehmen in ihren Social-Media-Ambitionen vergessen ist, dass es am Ende darum geht, die Menschen für die eigenen Produkte zu begeistern. Viele Likes, Retweets und Kommentare sind zwar erst einmal positiv, dabei darf aber nicht versäumt werden, die Nutzer auf die Firmenwebseite zu locken.

8. Den Social User Journey nicht beachten

Um auf der eigenen Seite für viele Besucher zu sorgen, sollten die Verantwortlichen sich bewusst machen, wie sich die Nutzer im Netz bewegen. Sonst profitiert nämlich nicht die Firmen-Homepage, sondern Youtube und Facebook gewinnen an Klicks. Es gilt: Inhalte sollten auf der Webseite eingebunden und dann über soziale Netzwerke geteilt werden.

Annabelle Atchison hat auf der Social-Media-Tagung der Deutschen Presseakademie zu diesem Thema einen Vortrag gehalten. Hier geht’s zur Slideshow. Auf Twitter finden Sie sie unter @mrsatoz.