Die Deutsche Telekom hat die beste Corporate Website

Digitale Kommunikation

Das Silo-Denken in der digitalen Kommunikation von Unternehmen ist oft noch nicht überwunden. Das zeigt eine Untersuchung der Kölner Beratungsagentur Netfederation, die die digitale Unternehmenskommunikation von 50 führenden deutschen Konzernen analysiert hat. Dazu bewertete sie die Corporate Websites und weitere digitale Angebote der Unternehmen beispielsweise hinsichtlich Interaktivität und Bedienfreundlichkeit. Grundlage für die Untersuchung bildeten die 2021 erschienenen „Benchmark“-Studien zu den Einzelbereichen Media Relations (MR), Human Relations (MR) und Corporate Social Responsibility (CSR).

Auf Platz eins des Rankings schafft es mit 727 von 1.000 erreichbaren Punkten die Deutsche Telekom. Auf der Website des Telekommunikationsunternehmens sei insbesondere die Kommunikation mit Bewerber*innen sehr gelungen. Auf dem zweiten Platz liegt Siemens mit 696 Punkten. Der Technologiekonzern Bosch folgt mit 688 Punkten und wurde besonders für das ansprechende Design und die benutzerfreundliche Oberfläche seiner Website gelobt.

NetFed Corporate Benchmark: Die Top-Ten der Corporate Websites 2021. © NetFed
NetFed Corporate Benchmark: Die Top-Ten der Corporate Websites 2021. © NetFed

Grundsätzlich performten die topplatzierten Unternehmen übergreifend in allen drei Fachbereichen – Media Relations, Human Relations und CSR – überdurchschnittlich gut. Das zeuge Netfederation zufolge von einem Bewusstsein, gewisse Themen auch übergreifend zu behandeln und zielgruppenspezifisch auszuspielen. Die Wichtigkeit der integrierten Kommunikation sei in diesen untersuchten Unternehmen angekommen. „Viel zu oft mangelt es an Austausch unter den verschiedenen Abteilungen. Sie denken und agieren in ihren Silos“, sagt Netfed-Geschäftsführer Christian Berens. Er sieht Corporate Communications in der Pflicht: „Es braucht eine übergreifende Kommunikationsstrategie für das digitale Ökosystem samt Orchestrierung.“

Untersucht wurde auch, wie Unternehmen mit den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung umgehen. Stakeholder würden anspruchsvoller und wollten nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern Handlungen sehen, heißt es in der Studie. So thematisierten beispielsweise nur zwölf Prozent der untersuchten Unternehmen den Umgang und die Anwendung von künstlicher Intelligenz in ihrer Strategie. Zwar spiegelten sich Digitalisierungsbemühungen in 76 Prozent der Unternehmensstrategien wider, die auf den Online-Seiten einsehbar sind. Doch bei nur 26 Prozent der Konzerne befasse sich auch das Management im Rahme n des Webauftritts mit den entsprechenden Thematiken. Daher würde es an Veröffentlichungen zu zukunftsweisenden Anstrengungen der Unternehmen wie konkrete Projekte oder Fakten fehlen, so die Analyse.

Nahbarkeit im Internet schaffen

Die unternehmenseigene Website wird in der Analyse generell als Dreh- und Angelpunkt der außenwirksamen Unternehmenskommunikation bewertet. Sie müsse als Aushängeschild überzeugen und es ermöglichen, ein Unternehmen hautnah zu erleben. Insbesondere in Zeiten der Pandemie sei die Unternehmenswebsite die erste Anlaufstelle, um ein Unternehmen kennenzulernen. Für Netfederation heißt das: Weg von reinen Textblöcken, unklaren Seitenstrukturen und Einheits-Stockfotos. „Bewegtbild, Testimonials, ehrliche Aussagen des Managements, perfekte User Experience und praktische Services geben mir als Besucher das Gefühl, willkommen, angesprochen und wichtig zu sein. Darauf kommt es jetzt an, damit die jeweilige Zielgruppe erreicht und überzeugt werden kann“, erklärt Berens.

Ausbaufähig ist laut Studie auch die Kommunikation mit Kund*innen, etwa durch den Einsatz von Chatbots. Eine vergleichbare Leistung wird demnach nur bei zwei der 50 untersuchten Unternehmen bereitgestellt. Die Verbindung von Customer Experience und digitalen Möglichkeiten bewertet Netfederation hier als mangelhaft.

Doch auch persönliche Kontakte spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Lediglich 82 Prozent der Presse-Abteilungen geben auf den Corporate Websites persönliche Ansprechpartner*innen an. Im Vergleich zu CSR (28 Prozent) und HR (acht Prozent) ist das sogar noch ein guter Wert, aber ausbaufähig.

Die weiteren Ergebnisse des „Corporate Benchmark 2021“ können Sie hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

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