Journalismus der Zukunft

Rezension

„Glaubwürdige Journalisten sind das größte ­Kapital einer Zeitung“, unterstreicht Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Beitrag für den Almanach der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsjournalismus. Er ist einer von 27 prominenten Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die in Kurzbeiträgen und Interviews die Lage des Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter einschätzen. Ein weiterer Wortmelder ist Jürgen Großmann, Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding und dem Journalismus gegenüber nicht immer wohlgesonnen. Er warnt vor der Ausbeutung der Lohnschreiber, die den Qualitätsjournalismus gefährdet; den unsere Demokratie aber unbedingt braucht, „auch wenn er manchmal unangenehm piekt“.

Eine Warnung spricht auch Heribert Prantl aus: „Der Kikeriki-Journalismus kräht nun das eigene Ende herbei.“ Die Gefahr geht vom Journalismus selbst aus, wenn er „Larifari an die Stelle von Leidenschaft und Haltung setzt“. Gleichzeitig macht der Ressortchef der „Süddeutschen Zeitung“ Mut und sagt: „Leidenschaftlicher Journalismus muss das Internet nicht fürchten.“ Vielmehr ist es eine Chance, nie zuvor hatten Journalisten ein größeres Publikum.

Es sind solche Thesen, die das schmale Bändchen lesenswert machen. Einmal mehr wird deutlich, wie systemrelevant guter Journalismus für unsere Demokratie ist. Laut den Autoren stehen dem Qualitätsjournalismus aufregende Zeiten bevor. Der – optisch aufwendig und liebevoll gestaltete – Almanach dient hervorragend dafür, um sich seine eigene Meinung darüber zu bilden.

Deutsche Gesellschaft Qualitätsjournalismus: „Quo vadis, Journalismus?“. Kostenlos erhältlich unter: www.dgqj.de.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe Storytelling – Marken machen ohne Märchen. Das Heft können Sie hier bestellen.