Als am Samstag, 3. Januar, zur Mittagszeit klar wurde, dass der Stromausfall in Berlin für Teile der Stadt mehrere Tage anhalten würde, ging Wegner erst einmal eine Stunde mit seiner Partnerin Katharina Günther-Wünsch Tennis spielen. Die Tennis-Session verschwieg der Regierende Bürgermeister anfangs und tischte der Öffentlichkeit bei einem Pressetermin am Folgetag die Geschichte auf, dass er sich zu Hause in seinem Büro eingeschlossen, viel telefoniert und koordiniert habe. Daran gibt es Zweifel, die durch einen aktuellen Bericht des „Tagesspiegel“ noch verstärkt werden. Die Zeitung sieht weitere Unklarheiten, was den zeitlichen Ablauf angeht.
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Auf einer Pressekonferenz des Berliner Senats am 17. März ging es auch um die Frage, was Wegner an dem besagten Samstag gemacht hat. Offenkundig will Wegner den Tagesablauf nicht transparent machen und auch gegenüber Journalisten keine weiteren Fragen beantworten. Seine Standardformulierung: Dazu sei alles gesagt.
Im Folgenden ein Protokoll seiner Antworten, die aus Gründen der Lesbarkeit leicht redigiert wurden. Versprecher wurden beispielsweise korrigiert.
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Wegner: Herr Kiesel (Robert Kiesel, „Tagesspiegel“, Anm. d. Red.), ich glaube wirklich, dass hierzu alles gesagt ist. Ich habe mehrfach betont, dass ich mit diversen Stellen im Austausch war. Ich kann an dieser Stelle nur noch einmal sagen, dass auch allgemein bekannt ist, dass ich an diesem Tag eine Stunde Sport gemacht habe. Ich kann an dieser Stelle nur noch einmal sagen: Die Interpretation des „Tagesspiegels“ entbehrt jeder Grundlage und demzufolge werde ich auch rechtliche Schritte prüfen lassen.
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Wegner: Frau Müller (Sabine Müller, RBB, Anm. d. Red.), auch hier ist seit Januar darüber berichtet worden, mit welchen Stellen ich telefoniert habe und mit welchen Stellen ich im Austausch war. Dazu ist tatsächlich alles gesagt. Mir geht es um die Interpretation des „Tagesspiegels“, und diese Interpretation des „Tagesspiegels“ entbehrt jeder Grundlage. Da lasse ich gerade rechtliche Schritte prüfen. Ich glaube, das ist mein gutes Recht, wenn so eine Interpretation stattfindet, und dieses Recht nehme ich wahr.
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Wegner: Ich habe immer gesagt, dass ich mit diversen Stellen am Samstag im Austausch war. So. Ich habe auch gesagt, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe. Das habe ich immer wieder gesagt. Das haben wir auch in den Zeitungen gelesen, und demzufolge ist dazu tatsächlich alles gesagt. Was die Interpretation angeht, prüfe ich jetzt noch einmal rechtliche Schritte. Das ist mein gutes Recht, und das werde ich auch tun.
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Wegner: Die Frage ist, wo die Divergenz liegt. Ich kann aber noch einmal sagen: Es ist darüber viel gesprochen und auch viel berichtet worden. Demzufolge bleibe ich bei meiner Aussage, dass dazu alles gesagt ist. Sie geben eine Interpretation vor. Sie interpretieren, und demzufolge sage ich: Diese Interpretation entbehrt jeder Grundlage. Dass man dann auch rechtliche Schritte prüfen lässt, ist, glaube ich, ein ganz normaler Vorgang, und das tue ich.
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Wegner: Ich glaube, nochmal Herr Merseburger (Stephan Merseburger, ZDF, Anm. d. Red.), dass ich immer wieder gesagt habe, dass ich an diesem Tag mit diversen Stellen im Austausch war. Das habe ich immer wieder betont und gesagt. Ich habe dann auch gesagt, dass ich an diesem Tag eine Stunde Sport gemacht habe. Demzufolge stand das schon in vielen Berichten. Ich erkenne jetzt auch keine Neuigkeit, ehrlicherweise. Ich erkenne aber eine neue Interpretation, und diese Interpretation entbehrt jeder Grundlage.
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Wegner: Herr Heimann (Andreas Heimann, dpa, Anm. d. Red.) kann das nur immer wieder wiederholen, was ich jetzt schon oft gesagt habe. Dazu ist alles gesagt. Ich stand an diesem Tag mit diversen Stellen im Austausch. Ich habe dann eine Stunde Sport gemacht, eine Stunde Tennis gespielt, das ist hinlänglich bekannt. Es gab viele Berichterstattungen dazu. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die neuerliche Interpretation entbehrt jeder Grundlage.
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Wegner: Frau Müller, ich kann es nur noch einmal wiederholen: Ich war an diesem Tag mit diversen Stellen im Austausch. Noch mal: Es gab jede Menge Berichterstattung, wo man das auch nachvollziehen kann. Ich war im Übrigen sehr erfreut, dass General Busch am Sonntag bei meinem Termin im Bezirk mit dabei war. Ich war auch sehr froh, dass Herr Busch dann mit im Krisenstab war. Demzufolge ist auch an der Stelle ehrlicherweise alles gesagt.
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Wegner: Also, wir haben diverse Fragen immer wieder beantwortet. Ich müsste mir den „Tagesspiegel“ dennoch jetzt noch einmal genauer anschauen, um zu prüfen, ob das richtig ist. Keine Ahnung. Ich werde mir das gerne noch einmal genauer ansehen. Aber ich kann nur sagen: Das, was immer wieder berichtet wurde, nämlich dass ich auch am Samstag mit diversen Stellen im Austausch stand. Das ist so.
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