Muster des Scheiterns

Rezension

Carsten Knop möchte auf knapp 200 Seiten herausfinden, welche Muster hinter Scheitern und Erfolg von Managern stecken. Und er muss es wissen: Knop ist verantwortlicher Redakteur für Unternehmens- und Wirtschaftsberichterstattung bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und seine Quellen sind zahlreiche Interviews aus seiner langjährigen Karriere.

Er porträtiert die Vorstandschefs und Manager von RAG, Henkel, Siemens, Fresenius, Yahoo, Apple, dem BVB, Aldi und viele mehr – und hält fest: Es gibt noch viel zu tun im Umbau deutscher Aufsichtsräte und Vorstände.

Knop schildert persönliche Eindrücke, hebt positives und negatives Führungsverhalten hervor; bleibt jedoch sprachlich manchmal gefühlt unter seinen Möglichkeiten. Beliebige Metaphern und das Zitieren aus Wikipedia wollen nicht so recht zu seiner Profession passen.

Dafür ist das schmale Bändchen leserfreundlich konzipiert und prägnant formuliert: Jedes Kurzkapitel steht für sich und zum Schluss gibt es alle gesammelten Erkenntnisse als hilfreiche Tipps.

Generelles Tabu für den FAZ-Wirtschaftsjournalisten: wenn sich gescheiterte Titanen wie Kinder versteckten und ihre Anwälte und Sprecher vorschickten. Der Chief Executive Officer sollte sich, wenn es nach Knop ginge, als Chief Engagement ­Officer ­verstehen.

Ein Ergebnis dieses Erfahrungsberichts lautet: Fachliche Kompetenz und Wille helfen nach oben, zwischenmenschliche Sensibilität und unkomplizierte, ehrliche Kommunikation bewirken, dass man dort auch bleibt.

 Frankfurter Allgemeine Buch

Carsten Knop. „Gescheiterte Titanen. Welche neuen Manager unsere Welt braucht“. Frankfurter Allgemeine Buch. 19,90 Euro.