Justizministerium startet Kampagne zu häuslicher Gewalt

Politische Kommunikation

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat eine Kampagne zum Thema „Häusliche Gewalt“ gestartet. Unter dem Motto „Dein Mut findet Rückhalt“ will das Ministerium auf das Problem und auf vorhandene Hilfsangebote für von häuslicher Gewalt Betroffene aufmerksam machen. Der Fokus der Kampagne soll der Pressemitteilung zufolge vor allem auf dem ländlichen Raum liegen. Die verantwortliche Agentur ist fischerAppelt.

Die Kampagne nutzt Kanäle wie Großflächenplakate, digitale Bewegtbildformate, Möglichkeiten der Informationsvermittlung an Alltagsorten wie Apotheken, Arztpraxen, Bäckereien und gastronomischen Betrieben, Social Media, Suchmaschinenwerbung und Online-Anzeigen. Als zentrale digitale Anlaufstelle fungiert die Website raus-aus-gewalt.de, auf der unter anderem über Hilfsangebote sowie über Ablauf, Kosten und Unterstützung in behördlichen und gerichtlichen Prozessen informiert wird.

Bestehende Hilfsangebote würden die Betroffenen oft nur schwer erreichen, erklärt das Ministerium. Weitere Zielgruppen sind neben den Frauen selbst Menschen aus ihrem sozialen Umfeld sowie mit dem Thema befasste Fachkräfte. Die Kampagne soll sich in weitere Maßnahmen des BMJV einreihen, um gegen häusliche Gewalt vorzugehen. Kürzlich verkündet wurden Änderungen im Gewaltschutzgesetz, nach denen Familiengerichte in Hochrisikofällen elektronische Fußfesseln anordnen und Gewalttäter zur Teilnahme an sozialen Trainingskursen verpflichten können. In Kraft tritt das neue Gesetz am 1. Juli 2027.

Mit Opfernarrativen brechen

Die kreative Leitidee sei mithilfe einer Online-Befragung unter 2.500 Frauen ab 18 Jahren entwickelt worden, heißt es in einer Mitteilung von fischerAppelt. Die Kampagne will dabei mit klassischen Opfernarrativen brechen und die Selbstwirksamkeit und Stärke der Frauen in den Vordergrund stellen. Die unterschiedlichen Kampagnenmotive visualisieren alltägliche Lebensräume sowie medizinische, juristische und behördliche Anlaufstellen.

Für 2026 sind über 100 Millionen Bruttokontakte geplant. Die Kampagne ist in drei Wellen angelegt: Der Start erfolgt am 21. Juli. Die zweite Welle beginnt am 2. November und läuft bis zum 30. November 2026. Eine dritte Welle ist für 2027 vorgesehen.


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