Die Lufthansa feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. In Berlin, wo die Airline unter dem Namen „Luft Hansa“ gegründet wurde, und in Frankfurt fanden im April Festakte statt. Neben Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner gratulierte auch Bundeskanzler Friedrich Merz, der in der Mainmetropole eine Rede hielt.
Erste Flüge von Berlin nach Zürich und Köln
Mit mehr als 100.000 Mitarbeitenden und 135 Millionen Fluggästen im Jahr zählt die Lufthansa heute zu den vier größten Luftverkehrsunternehmen weltweit. Entstanden ist der Konzern am 6. Januar 1926 nach dem Zusammenschluss zweier Fluggesellschaften. Genau drei Monate später, am 6. April 1926, hoben die ersten Flieger von Berlin aus nach Zürich und nach Köln ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1955 die Wiederaufnahme des Flugbetriebs als Deutsche Lufthansa AG. In den Neunzigerjahren wurde der ehemals staatliche Konzern privatisiert.
Lesen Sie auch:
- Das Erfolgsrezept starker Marken
- Coca-Cola erweitert „Made in Germany“-Kampagne
- Wie man den Zusammenhalt in der Krise stärkt
Anlässlich des Jubiläums hat das Unternehmen Flugzeuge mit Sonderlackierungen versehen, die nun global im Einsatz sind. Am blauen Flugzeugrumpf prangt der ikonische weiße Kranich, dessen Flügel in die Tragflächen übergehen. Auf der linken Rumpfseite ist eine „100“ und auf der rechten Rumpfseite der Schriftzug „1926|2026“ angebracht. Derzeit sind sechs Flugzeuge mit dieser Lackierung weltweit im Einsatz – vier Maschinen vom Typ Airbus und zwei vom Typ Boeing. Im Herbst soll ein weiterer Airbus die Jubiläumsflotte komplettieren.
Darüber hinaus gibt es verschiedene Veranstaltungen und Marketingaktivitäten, die das Jubiläumsjahr begleiten – darunter eine Dauerausstellung im neu eröffneten Besucherzentrum „Hangar One“ in Frankfurt, ein Buch über die wechselhafte Geschichte des Unternehmens und seine Rolle während des Nationalsozialismus sowie eine Posterkampagne mit historischen Bildern.
Mitarbeiteraktionen und Proteste
Das Motto der Jubiläumskampagne, „We are the Journey“, soll dem Konzern zufolge Mitarbeitende, Fluggäste und Markenfans gleichermaßen ansprechen. Eine Maschine wurde mit zwölf Motiven verziert, die Mitarbeitende, im Unternehmen Lufthanseaten genannt, über das Intranet selbst einreichen und nach einer Jury-Vorauswahl bestimmen konnten. Darunter sind historische Bilder wie das Foto der ersten beiden Lufthansa-Pilotinnen, aber auch persönliche Anekdoten, etwa eine Zeichnung von einem Flugbegleiter-Paar, das sich beim Skifahren kennenlernte. Die Geschichten hinter den Motiven erzählt eine eigene Landingpage. Über eine interne Verlosung wurden zudem hunderte Angestellte auf die Jubiläumsflüge eingeladen.
Gleichzeitig befindet sich der Konzern aktuell in einer schwierigen Situation. Der Frankfurter Festakt wurde von Protesten begleitet. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt, der jüngst zu heftigen Streikwellen des Kabinenpersonals und der Piloten sowie massiven Flugausfällen geführt hat. Die Lufthansa-Kernmarke wird nach verlustreichen Jahren derzeit umgebaut und saniert. Hinzu kommen Krisen wie der Irankrieg. Die zuletzt enorm gestiegenen Kerosinkosten und die Streiks haben den Konzern bereits zu Streckenstilllegungen gezwungen. Die Lufthansa hat unlängst den Betrieb der Tochterfirma Cityline eingestellt. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.
Dieser Text ist zuerst in der Printausgabe erschienen und wurde für die Online-Ausgabe angepasst.
Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe #Medien. Das Heft können Sie hier bestellen.