Für das Projekt „#LastSeen. Bilder der NS-Deportationen“ sind die Freie Universität Berlin, das Selma-Stern-Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und internationale Partner mit dem WissKom Award ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am Mittwochabend in Berlin statt.
Mit der Auszeichnung würdigen der Bundesverband der Kommunikatoren (BdKom), die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG), die Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) und der Bundesverband Hochschulkommunikation (BV_HKOM) herausragende Leistungen in der Wissenschaftskommunikation. Der Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in dieser Form ausgeschrieben. Knapp 60 Projekte von Citizen-Science-Initiativen über Kampagnen bis zu Formaten im öffentlichen Raum wurden eingereicht und von einer elfköpfigen Jury bewertet.
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#LastSeen, ein digitaler Bildatlas, rekonstruiert anhand historischer Aufnahmen die letzten Stunden vor NS-Deportationen. Das Projekt kontextualisiert diese Bilder und macht sie zentral zugänglich. „Das Vermittlungskonzept ist beispielgebend: Von der Ebene der wissenschaftlichen Experten über Nachkommen der Opfer bis hin zu Jugendlichen und der breiten Öffentlichkeit werden Zielgruppen so angesprochen, dass sie selbst zu Forschenden werden“, begründete BdKom-Präsidentin und Juryvorsitzende Regine Kreitz die Entscheidung. „Hier wird nicht darüber gesprochen, was historische Quellen uns zu sagen haben, sondern die Quellen selbst werden zum Sprechen gebracht“, sagte Kreitz. Hohe Zugriffszahlen und mediale Aufmerksamkeit belegten, dass das Konzept aufgehe. Zudem hob die Jury die große gesellschaftliche Bedeutung des Projekts hervor.
Eine lobende Erwähnung sprach die Jury dem Projekt „Woche ohne E“ aus, einer Aktionswoche gegen Einsparungen in der Berliner Wissenschaft, verantwortet ebenfalls von der FU Berlin.
Über den WissKom Award
Der WissKom Award zeichnet jährlich herausragende Teamleistungen in der Wissenschaftskommunikation im deutschsprachigen Raum aus. Der Award würdigt Teams aus Hochschulen und Universitäten sowie außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen, die wissenschaftlichen Themen mit ihrer Arbeit zu besonderer gesellschaftlicher Strahlkraft verholfen haben. Ziel ist es, die Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation zu fördern und beispielhafte Formate sichtbar zu machen.