Bundespresseamt erhält neue Struktur

Umbau

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) unter Leitung von Stefan Kornelius richtet sich strukturell und inhaltlich neu aus. Nach 25 Jahren sei es Zeit für eine „grundlegende Optimierung“ des Hauses gewesen, teilte das Bundespresseamt mit. Damit wolle man sich einer veränderten Medienwelt anpassen. Die neuen Strukturen sollen am 1. Juni in Kraft treten.

Kern der über Monate geplanten Reform ist die Reduzierung von vier auf drei Abteilungen. Dazu werden zwei Abteilungen zu einer verschmolzen: In der Abteilung „Politik und Kommunikation“ wird die Kommunikation nach außen zentral gebündelt. Ein neugeschaffener „Leitungsstab – Strategie, Innovation, Desinformation“ soll die strategische Arbeit steuern und langfristige Themen von den operativen Aufgaben trennen. Auch die Abteilung „Informationsdienste“ wird demnach inhaltlich neu strukturiert. Darin werden die Öffentlichkeitsarbeit und Informationsaufgaben nach innen abgebildet.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll darüber hinaus ein Spiegelreferat des Bundespresseamts im Kanzleramt eingeführt werden, damit das Haus einen besseren Überblick bekommt, was dort an Informationen über die Arbeit und Pläne der Bundesregierung zusammenläuft.


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Ziel der Reform ist nach Angaben des BPA, sich stärker mit dem Bundeskanzleramt zu vernetzen sowie Klarheit bei internen Abläufen und Zuständigkeiten zu schaffen. „Wir werden als BPA auch resilienter, weil wir uns strategisch auf Krisen vorbereiten“, sagte Esther Uleer, stellvertretende Chefin des BPA. Neben der Kommunikation als Kernaufgabe werde der Umgang mit Desinformation ein zentrales Thema. „Die Bundesregierung hat sich der Staatsmodernisierung verpflichtet – das ist unser Beitrag“, betonte Kornelius.

Thjnk neuer Agenturpartner

Wie der Branchendienst „Horizont“ berichtete, tauscht das Bundespresseamt zudem den Agenturpartner aus. In einem öffentlichen Vergabeverfahren hat sich demnach die Agentur Thjnk mit ihrem Ableger für politische Kommunikation Camp durchgesetzt. Die Zusammenarbeit soll am 1. April beginnen und umfasst laut „Horizont“ die Beratung, Entwicklung, Konzeption und Gestaltung von Kommunikationsmaßnahmen, insbesondere zu wichtigen politischen Themenbereichen im Rahmen von Informationskampagnen der Bundesregierung.

Camp machte bislang Wahlkampfwerbung für die CDU und entwickelte Kampagnen für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Thjnk ist zudem Leadagentur für die Landesmarketing-Kampagne „The Länd“ des Staatsministeriums Baden-Württemberg. Auf Bundesebene war die Agentur laut „Horizont“ aber noch nicht für ein Ministerium oder eine Behörde tätig. Zuletzt hat das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung mit der Agentur Zum goldenen Hirschen zusammengearbeitet.

Update, 10. März: Das Bundespresseamt hat gegenüber KOM bestätigt, dass Thjnk gemeinsam mit der Agentur Rheindenken als Unterauftragnehmer die neue Rahmenvertragsagentur des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung. wird. Die Weiterentwicklung der Dachkampagne „Das kann Deutschland“ sei eine der Aufgaben. Der Rahmenvertrag für das Aufgabenspektrum „Entwicklung und Gestaltung von Kommunikationsmaßnahmen“ laufe über zwei Jahre – mit einer zweimaligen Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. 

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