Whatsapp verbietet Newsletter

Ab Dezember

Schlechte Nachrichten für alle Unternehmen und Medien, die auf Whatsapp-Newsletter als Push-Kanal für ihre Firmenbotschaften, Angebotspromotion oder für Nachrichten setzen: Ab 7. Dezember soll dies untersagt sein, teilte die Muttergesellschaft Facebook mit.

Auf Verstöße gegen das Newsletter-Verbot bei Whatsapp werde ab diesem Tag mit Account-Sperren und rechtlichen Schritten reagiert.

Deutschland ist Whatsapp-Land

Die Erfolgsgeschichte von Whatsapp ist beispiellos: 2009 gegründet, wurde das Unternehmen fünf Jahre später für satte 21,8 Milliarden US-Dollar – darunter über viereinhalb Milliarden in bar – von Facebook gekauft. Heute ist die Messenger-Anwendung, trotz des zuletzt rasanten Aufstiegs von TikTok, weiterhin die am häufigsten heruntergeladene App der Welt.

Allein im ersten Quartal 2019 wurden deutlich über 200 Millionen Downloads weltweit verzeichnet. Die hohen Nutzerzahlen, die Marktdurchdringung und vor allem das Verhalten der User machten Whatsapp binnen weniger Jahre auch für Unternehmen zu einem hochinteressanten Kommunikationsinstrument – sowohl im direkten Kundendialog, zuletzt vor allem auch für Newsletter.

So verwenden Studien zufolge mindestens drei von vier Deutschen mit einem Smartphone die App, 56 Prozent davon mehrmals täglich, fast quer durch alle Altersgruppen und Frauen noch häufiger als Männer. Besonders bemerkenswert: die stabil hohen Öffnungsraten bei Whatsapp-Nachrichten, auch bei Newslettern. Auch in Deutschland nutzen bereits etliche Unternehmen die App für die regelmäßig Verbreitung ihrer Inhalte, ebenso Medien wie beispielsweise T3N, FAZ, Focus oder Funk, das ARD/ZDF-Jugendnetzwerk. Doch damit ist demnächst – wenigstens einstweilen – Schluss.

Whatsapp-Newsletter: Bei Verstößen Sperren und Klagen

Facebook kündigte an, ab 7. Dezember 2019 sei es untersagt, die auch bislang nur geduldeten Newsletter über die Whatsapp Business App zu versenden. Die Anwendung sei als private Kommunikationsplattform konzipiert. Zwar dürften Unternehmen auch in Zukunft Whatsapp für Kundenkommunikation verwenden, Newsletter und Massenmailings fielen jedoch nicht darunter.

Insbesondere in Indien hatten in den vergangenen Monaten immer wieder über Whatsapp rasant verbreitete „Fake News“ für Aufsehen und teilweise sogar gewalttätige Ausschreitungen gesorgt.

Firmen, die ab dem Stichtag gegen das Newsletter-Verbot bei Whatsapp verstoßen, müssten damit rechnen, ihre Accounts bei dem Messenger-Dienst zu verlieren. Auch rechtliche Schritte wegen Verstoßes gegen die Geschäftsbedingungen seien dann möglich, so die aktualisierten FAQ des Unternehmens. Newsletter-Abonnenten hätten dagegen nichts zu befürchten.

Ob Whatsapp als Ersatz eine eigene, dann für Versender möglicherweise kostenpflichtige Newsletter-Applikation plant, ist derzeit nicht bekannt. Fest steht: Ab 2020 plant Facebook Werbeeinblendungen bei Whatsapp.