Peinliche PR-Panne beim FC Bayern München

Kovač-Entlassung

Die Entlassung eines hochrangigen, prominenten Mitarbeiters zu kommunizieren, gehört zu den diffizilsten Aufgaben einer Pressestelle. Weder soll dabei das eigene Unternehmen in einem schlechten Licht erscheinen noch die gefeuerte Führungskraft unnötig beschädigt werden – das Ziel ist vielmehr, den trotz der Trennung respektvollen Umgang miteinander zu betonen, vergangene Erfolge zu würdigen und einen optimistischen Ausgang auf die Zukunft zu vermitteln.

Ambitionierte Fußballvereine, so sollte man meinen, sind geübt in dieser Aufgabe: Auch wenn Entlassungen von Trainern stets aufs Neue bemerkenswertes mediales Rauschen auslösen, gehört Chefsesselfluktuation doch zu den Traditionen des Milliardengeschäfts.

Umso erstaunlicher, wie dilettantisch der FC Bayern München – ausgerechnet – mit der am vergangenen Sonntag verkündeten Entlassung seines Cheftrainers Niko Kovač (48) umging. Nach schwierigen Monaten, schlechten Spielen, vielen Zweifeln, einer 1:5-Schlappe gegen Ligakonkurrent Eintracht Frankfurt (aber auch einem Meistertitel und Pokalsieg in der Vorsaison) zog der deutsche Vorzeigeklub die Reißleine und entband Kovač nach nicht einmal anderthalb Jahren von seinem Pflichten

Kovačs Vorgesetzter, FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidžić (42), ließ sich in der entsprechenden Pressemitteilung unter der Überschrift „FC Bayern und Niko Kovač trennen sich“ wie folgt zitieren:

„Ich erwarte jetzt von unseren Spielern eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.“

Was zunächst wie eine ebenso normale wie nichtssagende Floskel klingt, was man eben so schreibt als Fußballverein im Umbruch, gewinnt Brisanz durch eine Pressemitteilung des FC Bayern München, die am 28. September 2017 unter der Überschrift „FC Bayern trennt sich von Carlo Ancelotti“ verbreitet wurde. Ancelotti war ebenfalls nach einem guten Jahr als Cheftrainer des Vereins entlassen worden. Damals sagte FCB-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (64) laut Presseerklärung:

„Ich erwarte jetzt von unseren Spielern eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.“

Ob der FC Bayern München diese offenbar als Standardsituation einstudierte Formulierung der Pressestelle auch bei zukünftigen Trainerentlassungen verwenden wird, ist derzeit nicht bekannt.