Mutig gestalten statt verwalten

Eigenverantwortliches Handeln

Für jeden selbstständig Arbeitenden ist es Tagesgeschäft: Was kommt rein, was geht raus, was muss ich dafür leisten, das zu erhalten, was ich mir erwarte? Werden die Strukturen im Unternehmen dann komplexer, geht der Bezug zwischen individuellem Handeln und unternehmerischen Effekten schnell verloren. Wir denken in Aufgaben, Zuständigkeiten, Jobs. Wenn Mitarbeiter:innen unternehmerisch denken und danach handeln, können Geschäftsführer:innen sich freuen, denn diese Menschen sichern Arbeitsplätze, indem sie so denken und agieren, als würden sie in ihrem eigenen Unternehmen arbeiten. Keine Selbstverständlichkeit, denn für viele liegt gerade im Angestelltendasein das Privileg, sich genau darüber nicht den Kopf zerbrechen zu wollen, eben keine direkte Verantwortung übernehmen zu müssen. Gerade die wird aber immer wichtiger, denn kaum ein Unternehmen kann es sich heute noch leisten, dass Mitarbeiter:innen sich nicht für die strategischen Ziele verantwortlich fühlen.

Ein Dilemma, aus dem die interne Kommunikation helfen kann, denn es kommt auch hier auf die Haltung an, die jede:r mitbringt, kombiniert mit einer kulturellen Veränderung, durch die unternehmerisches Denken begünstigt und gefördert wird.

Im Kern geht es darum, dass Mitarbeiter:innen erkennen, wo die individuelle Verantwortung für das liegt, was sie tagtäglich tun und diese nicht als zusätzliche Last, sondern als Gestaltungsspielraum zu empfinden. Doch wie können wir diese Haltung fördern? Die interne Kommunikation kann ihren Beitrag leisten, indem sie Mitarbeiter:innen darin unterstützt, sich in einem unternehmerischen Umfeld zu verorten und sicher darin zu bewegen.

1. Wissen

Information ist die Basis: Wer von Zahlen ferngehalten wird, kann weder ein Verständnis dafür entwickeln, noch so handeln, dass sie sich verbessern. Aber Hand auf’s Herz – wer schaut denn in den Geschäftsbericht seines Unternehmens und erschließt sich eigenständig die Werte, die dort zu finden sind? Deshalb gilt für die interne Kommunikation: lieber aktiv vermitteln, als passiv bereitstellen. Die unternehmerischen Ziele und Werte des Unternehmens sollten jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter bekannt sein, aber wann geht Wissen in Verständnis über? Geben Sie Raum und Anlass, die Ziele und Werte zu erklären, zu veranschaulichen und zu diskutieren.

2. Können 

Um strategisch richtige Entscheidungen treffen zu können, müssen Mitarbeiter:innen in der Lage sein, die Unternehmensziele von der Metaebene auf ihre Arbeitsebene zu übertragen. Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um gut entscheiden zu können? Die interne Kommunikation kann für die Führungskräfte Material erarbeiten und zur Verfügung stellen, damit diese den Zusammenhang zwischen den täglichen Aufgaben ihrer Abteilung oder ihres Bereichs und den strategischen Zielen aufzeigen können. Damit sind diese in der Lage, das Thema auf die Agenda ihrer Team-Routinen zu setzen.

3. Dürfen

In agilen Teams ist unternehmerisches Denken nicht nur erwünscht, sondern Teil des Konzepts. Es gibt lediglich einen Rahmen für eigenverantwortliches Handeln. In solchen Strukturen bringen Mitarbeiter:innen den dafür nötigen Mut meistens mit. Anderswo muss erstmal geübt werden: Vorgesetzte müssen Vertrauen üben, Mitarbeiter:innen müssen üben, Freiräume zu nutzen und auszufüllen. Fehler müssen zugelassen werden, schnelles Feedback ist wichtig und ebenso schnelle Reaktionen, um auf externe Veränderungen reagieren zu können. Das alles braucht eine Mut-Kultur, die durch die interne Kommunikation unterstützt werden kann.

4. Wollen

Gestalten statt Verwalten – viele Menschen bringen diese Motivation schon mit in den Job. Andere müssen erst einmal erkennen, dass Freiräume Chancen eröffnen, die rigide Hierarchien nicht bieten. Begeisterung, Freude und Identifikation im Job versus Distanziertheit zum täglichen Tun. Die positiven Geschichten kann die interne Kommunikation erzählen und damit auch zu einem Umfeld beitragen, in dem Ideen unterstützt werden, Mut gefeiert wird und Erfolge durch Verantwortung entstehen.


In Zukunft werden Unternehmen noch mehr auf Gestalter:innen angewiesen sein, denn die Veränderungen der Märkte, der Geschäftsmodelle und der Technologien verlangen Wendigkeit und Elastizität. Wer in starren Strukturen und Mentalitäten verharrt, wird abgehängt. Der ungebrochene Trend zu agilem Arbeiten ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Zukunft denen gehört, die in die Verantwortung gehen, die mit- und weiterdenken, ganz im Sinne des Unternehmens.