KI etabliert sich im Alltag

„Freizeit-Monitor“

42 Prozent der Deutschen nutzen mindestens einmal in der Woche künstliche Intelligenz, um Texte und Bilder zu erstellen oder zu chatten. Und das nicht beruflich, sondern privat in ihrer Freizeit. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 64 Prozent, bei den 55- bis 74-Jährigen 24 Prozent. Elf Prozent nutzen sie sogar täglich. Damit habe sich die Technologie schneller in der Freizeit der Deutschen etabliert als einst Social Media oder Streaming, wie in der jüngsten Ausgabe des „Freizeit-Monitors“ der Stiftung für Zukunftsfragen zu lesen ist. Für die Untersuchung wurden im Juli und August mehr als 3.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger ab 18 Jahren zu über 100 Freizeitaktivitäten befragt.


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Die Stiftung fragt die Bundesbürger bereits seit 1986 nach ihrer freien Zeit. Wie viel Freizeit die Deutschen haben, hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten überraschend wenig verändert: Durchschnittlich drei Stunden und 56 Minuten freie Zeit steht ihnen im Schnitt an einem Werktag zur Verfügung. 1988 waren es vier Stunden und acht Minuten. Den niedrigsten Wert ermittelte die Stiftung 2003 mit drei Stunden und 43 Minuten. Den Höchststand gab es im Pandemiejahr 2020 mit vier Stunden und elf Minuten.

Über die meiste Freizeit verfügen wenig überraschend Ruheständler mit knapp fünf Stunden, Eltern mit Kindern bis 15 Jahre über die wenigste. Sie haben im Schnitt nur knapp drei Stunden für sich.

Internet steht überall an erster Stelle

Verändert hat sich die Art, wie die Menschen ihre Freizeit gestalten. In allen befragten Altersgruppen steht das Internet auf Platz eins. 1998, als es erstmals auf der Liste möglicher Freizeitbeschäftigungen stand, wurde es von nur drei Prozent der Bundesbürger wenigstens einmal in der Woche genutzt. Heute sind es 97 Prozent.

Das Fernsehen, das 1986 mit 80 Prozent als unangefochtenes Freizeitmedium galt, erreichte 2004 mit 98 Prozent seinen Höchststand und liegt heute mit 84 Prozent auf Platz zwei der Lieblingsbeschäftigungen. Nur bei den 18- bis 24-Jährigen taucht Fernsehen in den Top-Ten nicht auf.

Balkendiagramm zeigt die Top 10 Freizeitaktivitäten mit Prozentangaben für Internetnutzung, Fernsehen und mehr.

Digitale Medien dominieren die zehn beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen. Quelle: „Freizeit-Monitor 2026“

82 Prozent der Befragten hören in ihrer Freizeit Musik und 81 Prozent beschäftigen sich mit dem Smartphone. Soziale Medien kommen auf 71 Prozent.

Klassische Medien verlieren Reichweite

Im Zehn-Jahres-Vergleich zeigt sich der Rückgang klassischer Medien eindrücklich. Die wöchentliche Nutzung gedruckter Zeitungen und Zeitschriften hat sich demnach seit 2016 halbiert – von 72 auf heute 16 Prozent. Die wöchentliche Fernsehnutzung sank im selben Zeitraum von 97 auf 84 Prozent, Radio von 90 auf 70 Prozent.

Zu den Gewinnern des Jahrzehnts gehören digitale On-Demand-Angebote. Die Nutzung des Smartphones für Spielen, Surfen und Chatten stieg seit 2016 von 31 auf 81 Prozent. Soziale Medien legten von 48 auf 71 Prozent zu. Streamingdienste nutzen inzwischen 57 Prozent der Bevölkerung mindestens wöchentlich, Youtube 54 Prozent.

Auch jenseits der Medien verschiebt sich die Freizeitgestaltung. 53 Prozent treiben Sport – so viele wie noch nie in der Langzeitstudie. 2016 waren es 36 Prozent. Handarbeiten wie Stricken oder Nähen erleben ein kleines Comeback, vor allem bei den Jüngeren. Gaming ist zum Alltag geworden – aber nicht nur allein vor dem Bildschirm, sondern vernetzt und gemeinsam. Dazu passt, dass die Pflege von Freundschaften leicht zugenommen hat. Der wöchentliche Kontakt zu den Nachbarn dagegen sank von 39 auf 30 Prozent. Auch die Zeit mit dem Partner ist von 71 auf 64 Prozent zurückgegangen.