Nach „Pioneer One“ und „Pioneer Two” soll ein weiteres Schiff folgen: Gabor Steingart, Gründer des Berliner Medien-Start-ups Media Pioneer und Herausgeber von „The Pioneer“, sowie die Verlagsgruppe Axel Springer kündigten am Montag das Redaktionsschiff „Pioneer Three“ an. Mit dem Schiff will Media Pioneer nach Frankfurt am Main expandieren und dort seine Finanzberichterstattung ausbauen. Axel Springer ist mit 36 Prozent an dem 2018 gegründeten Medienunternehmen beteiligt.
Einer Mitteilung zufolge, die die Expansion als „Angriff im Finanzjournalismus“ bezeichnet, soll das neue Schiff eine Länge von 80 Metern und eine Nutzfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern haben. Damit wird es deutlich größer als die beiden bisherigen Medienschiffe in Berlin. Das insgesamt mehr als 40 Millionen Euro teure Projekt, wofür laut Steingart mehr als fünfzig neue Mitarbeitende vorgesehen sind, ist nach eigenen Angaben das größte in der Geschichte des Start-ups. Einen Termin für die Fertigstellung nannten die Unternehmen zunächst nicht.
Journalismus, Bildung, Events
Auf dem Schiff soll ein eigener Finance Desk entstehen. Die Redaktion will von Frankfurt aus vor allem über Banken, Geldpolitik und Kapitalmärkte berichten. Die Stadt ist unter anderem Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank und zahlreicher Finanzunternehmen.
Neben Redaktionsräumen sind Flächen für Bildungsangebote vorgesehen. Diese sollen verschiedenen Zielgruppen Wissen über Geldanlage, Altersvorsorge und Kapitalmärkte vermitteln. Darüber hinaus soll ein Veranstaltungsbereich Platz für bis zu 400 Gäste bieten. Geplant sind Gespräche, Konferenzen und Empfänge mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.
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Die Finanzierung soll aus dem laufenden Geschäft, über Fremdkapital und durch eine stärkere Beteiligung von Leseraktionären erfolgen. Media Pioneer bietet seinen Abonnenten seit mehreren Jahren die Möglichkeit, sich als Aktionäre an dem Unternehmen zu beteiligen.
Neues Börsenformat gestartet
Den Ausbau des Finanzjournalismus beginnt das Unternehmen bereits vor der Fertigstellung des Schiffs. Mit „Frontrunners“ hat „The Pioneer“ jüngst ein Podcastformat gestartet. Gabor Steingart und das Investment-Team des Mediums wollen darin börsentäglich die Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten einordnen.
„Unsere Mission ist die Demokratisierung des Kapitalismus. So wie einst die Alphabetisierung Voraussetzung für gesellschaftlichen Aufstieg war, ist es heute die finanzielle Bildung“, lässt sich Steingart in einer Mitteilung zitieren. Die neue Redaktion solle wirtschaftliche Zusammenhänge einordnen, diskutieren und „wenn nötig auch kritisieren“, so Steingart. Finanzielle Freiheit beginne mit Verständnis und unabhängiger Berichterstattung, betont der frühere „Handelsblatt“-Chefredakteur.
Mit der Expansion versprechen sich Steingart und Axel Springer auch weiteres Wachstum. Derzeit erzielt das Unternehmen Media Pioneer eigenen Angaben zufolge mit 120 Mitarbeitenden einen Umsatz von 21,1 Millionen Euro und eine operative Marge von mehr als 20 Prozent. Bis 2032 soll der Umsatz auf mehr als das Doppelte steigen. Zudem soll die Zahl der zahlenden Abonnenten von „The Pioneer“ von derzeit 75.000 auf mehr als 200.000 erhöht und das operative Ergebnis verdreifacht werden.
Nach eigenen Angaben erreicht „The Pioneer“ morgens bis zu eine Million Menschen. Zum Angebot gehören Briefings, Podcasts, Veranstaltungen und Live-Formate.