Drei Fragen an … Martin Brüning

Coronakrise

Herr Brüning, Bilder von leeren Gängen und Berichte über fehlendes Toilettenpapier bestimmten die Schlagzeilen über Supermärkte während der ersten Wochen der Coronakrise. Welche Schwerpunkte setzte die Kommunikation von Rewe in dieser Zeit?

Es gab und gibt nichts Wichtigeres, als die Verbraucher kontinuierlich darüber aufzuklären, wie die Situation in unseren Märkten und Lägern war und ist. Die mediale Berichterstattung über Regallücken bei Toilettenpapier, Nudeln oder Mehl hat die Menschen enorm verunsichert. Uns ging es darum, sachlich zu erklären, dass die Versorgung der Menschen in Deutschland mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet war. Ein zweiter Schwerpunkt der Kommunikation war die Erklärung der Corona bedingten Verhaltensregeln in den Märkten. Die besonderen Zutrittsbeschränkungen, Abstands- und Hygieneregeln mussten erklärt und verständlich gemacht werden.

Das Geschäft Ihrer zweiten Sparte – der DER Touristik Group – kam zum Erliegen. Wie und was kommuniziert man, wenn alles brachliegt?

Was zum Erliegen gekommen war, waren die Neubuchungen. De facto war ein gewaltiger Berg von Arbeit zu bewältigen – insbesondere bei Stornierungen, Erstattungen und vor allem auch bei der Rückholung unserer Reisegäste aus den jeweiligen Urlaubsländern in enger Zusammenarbeit mit der Bundesregierung. Darauf hat sich in den ersten Wochen der Krise auch die Kommunikation besonders fokussiert – über alle Medienkanäle hinweg.

Was ist die größte Herausforderung in den kommenden sechs Monaten?

Die Bewältigung der nach wie vor großen Ungewissheiten: Wie wird sich die Ausbreitung des Corona-Virus im Herbst und Winter entwickeln? Drohen neue harte Beschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft? Welche Perspektiven gibt es für den Tourismus? Wir fahren alle auf Sicht – und das ist, zumindest für einen nun schon so lange dauernden Zeitraum und eine ungewisse Zukunft, eine sehr besondere Herausforderung.

Auf dem Kommunikationskongress 2020 hält Martin Brüning am 18.September seinen Impulsvortrag “Medienarbeit mit und ohne Klopapier – Ein Erfahrungsbericht”.