Datenvisualisierung muss nicht teuer sein

dpok-Interview

Herr Hartl, was  hat Sie motiviert, die Kosten für den BER-Bau auf einer Webseite aufzubereiten und zu visualisieren?

Robert Hartl: Wir wollten mit der Visualisierung der Kosten des Baus des Berliner Flughafens BER zeigen, dass sich eine solche Kommunikationsmaßnahme online lohnt und sich auch kostengünstig umsetzen lässt. Bei unserer Arbeit als Agentur mussten wir immer wieder feststellen, dass sich Entscheider oft schwer tun, für Maßnahmen wie die Datenvisualisierung Geld aus- beziehungsweise freizugeben. Dabei liegen bei den meisten Unternehmensprojekten so viele Recherchedaten vor, die sich dafür gut nutzen ließen.

Aber warum nimmt sich eine Agentur aus dem bayerischen Passau gerade die Kosten des Hauptstadt-Flughafens vor?

Wir wollten ein Projekt umsetzen, das auch einen gesellschaftlichen Nutzen beziehungsweise Wert hat. Da sind wir im Gespräch schnell auf den BER gekommen. Schließlich ist jeder Steuerzahler von diesem Projekt betroffen.

Sie haben die Kosten bereits ansprechen: Wie teuer war denn das Projekt www.flughafen-berlin-kosten.de?

Wenn man die Mitarbeiterkosten mitrechnet, haben wir 40 Arbeitsstunden und, inklusive der Kosten für die dpok-Einreichung,  rund 700 Euro ausgegeben. Also ein wirklich überschaubarer, aber für solche Projekte realistischer, Kostenaufwand.

Und welche Resonanz haben Sie auf das Projekt erhalten? Wo ist es aufgegriffen worden?

Wir hatten tatsächlich keine Zeit, neben der täglichen Agenturarbeit für dieses Sonderprojekt eine Pressemitteilung zu verschicken oder Medienvertreter direkt zu kontaktieren. Daher haben wir  nicht nur die stetig größer werdenden Ausgaben dargestellt,  sondern diese auch mit Referenzen und Quellen belegt. Das hat gegenüber den Multiplikatoren Vertrauen und Glaubwürdigkeit ausgestrahlt. Unsere Strategie hat gut funktioniert. Wir waren dann in mehreren Medien wie zum Beispiel der „Süddeutschen Zeitung“ vertreten.

Der Flughafenbau dauert weiter an und Ihr Projekt? Wie geht es damit weiter?

Das Schöne an dem Projekt ist, dass der Aktualisierungsaufwand minimal ist und die Zahlen stets auf dem aktuellen Stand sind. Daher werden wir das Projekt auf jeden Fall bis zur geplanten Eröffnung 2017 weiterführen und eventuell noch ausbauen. Vielleicht verlängern wir es auch, wenn sich der Bau erneut verzögert.