Airbus' PA-Chef droht Extinction Rebellion

"U better not get in my way"

Alexander Reinhardt, Public-Affairs-Chef von Airbus, macht seinem Ärger über Extinction Rebellion öffentlich Luft. Die Aktivisten blockierten in der jüngsten Vergangenheit mehrfach wichtige Verkehrsknotenpunkte in Berlin. Mittlerweile sind die Blockaden beendet. Auf Twitter drohte Reinhardt “u better NOT get in my way!!!!!”. (Ihr kommt mir besser NICHT in den Weg.) 

In der folgenden Diskussion reagierte Reinhardt zunehmend emotional. Auf die Frage von Extinction Rebellion, ob er die Aktivisten “nur mit dem Dienstwagen überfahren oder auf die Waffensysteme zurückgreifen” wolle, die Airbus unter anderem für Saudi-Arabien herstelle, entgegnete er: “Was immer nötig ist. Geht lieber arbeiten.”

[Thread] Der Chef der Öffentlichkeitsarbeit von @Airbus Deutschland hat #ExtinctionRebellion gedroht, ihm nicht in den Weg zu kommen. Mit fünf Ausrufezeichen. pic.twitter.com/sIavBi4TUO

— XR Team K (@x_rtk) October 13, 2019

Extinction Rebellion reagierte ironisch provokant und bat darum zum Wohle der Berliner Bevölkerung auf den Einsatz “der von Airbus für Frankreich produzierten Nuklearraketen” zu verzichten. Reinhard forderte die Aktivisten daraufhin auf, sich konstruktiv für die Gesellschaft einzusetzen und auf “dümmliche Blockaden” zu verzichten. Dass Druck auch Gegendruck erzeuge, müssten die Klimaaktivisten noch lernen.

“Diktatorischer Absolutheitsanspruch”

Im weiteren Verlauf der Konversation unterstellte Reinhardt Extinction Rebellion eine “faschistoide Logosprache”, einen “diktatorischen Absolutheitsanspruch” und rücksichtslose “Partikularinteressen”. Er verglich die Straßenblockaden von Extinction Rebellion mit denen der Nazis vor 80 Jahren und dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien heute und warf ihnen die Missachtung demokratischer Grundwerte vor. 

Die Diskussion hat Reinhardt mittlerweile gelöscht. Extinction Rebellion hat diese aber zuvor protokolliert und in einem Thread veröffentlicht. In einem Tweet erklärt der Airbus-PA-Chef, dass seine Äußerungen nichts mit dem Unternehmen zu tun hätten. Er habe aus “privater Sorge vor dem Entzug von staatsbürgerlicher Freiheit durch eine nichtstaatliche Organisation” getwittert. “Für die Tonalität entschuldige ich mich.” Sein Profil hat er entsprechend angepasst. Dieses enthält nun den Zusatz “Views are my own.” Dennoch verlinkt die offizielle Public-Affairs-Seite von Airbus auch weiterhin auf seinen Account. Eine Abgrenzung zwischen dem Privatmann Reinhardt und seiner Funktion als Head of Public Affairs ist somit nicht zweifelsfrei ersichtlich.

Der gelöschte Tweetverlauf hatte nichts mit #Airbus zu tun, sondern mit privater Sorge vor dem Entzug von staatsbürgerlicher Freiheit durch eine nichtstaatliche Organisation. Für die Tonalität entschuldige ich mich. Das Profil des Accounts ist entsprechend angepasst.

— Alexander Reinhardt (@ReinhardtSascha) October 14, 2019

Auch Airbus hat mittlerweile via Twitter auf den Vorfall reagiert und distanziert sich klar von Reinhardt, ohne diesen namentlich zu erwähnen. Der Konzern wolle klarstellen, dass Aussagen und Sprache eines ihrer Mitarbeiter gegenüber Extinction Rebellion am Wochenende auf Twitter unangemessen gewesen seien und nicht der Meinung von Airbus entsprächen.

pressesprecher hat Alexander Reinhardt um eine Stellungnahme gebeten. Bisher hat Reinhardt nicht auf die Anfrage reagiert.