Warum K+S einen Salzkristall verleiht

Corporate Influencer

Herr Wudonig, seit Anfang des Jahres zeichnet K+S den besten Linkedin-Beitrag eines Corporate Influencers mit dem „Salzkristall des Monats“ aus. Da stellt sich mir die Frage: Sind Ihre Markenbotschafter nicht motiviert genug?

Wir haben unser Botschafterprogramm im Herbst 2023 gestartet, damals noch ohne Gamification. Als Anfang des Jahres die zweite Generation an den Start ging, wollten wir die Aktivität noch weiter steigern. Denn ein Drittel der ersten Gruppe war sehr aktiv, ein Drittel durchschnittlich – und ein Drittel wurde recht schnell inaktiv. Um die Motivation zu erhöhen, haben wir den „Salzkristall des Monats“ eingeführt.

Was ist das genau?

Eine kleine Challenge – wir prämieren den besten Linkedin-Beitrag eines Botschafters oder einer Botschafterin. Zuerst war es rein symbolisch, inzwischen gibt es eine richtige Wandertrophäe: ein echter Salzkristall, aus einem unserer Bergwerke gewonnen. Wer gewinnt, darf ihn einen Monat lang behalten und an seinem Arbeitsplatz präsentieren. Danach wandert er weiter – per Hauspost, auch an entfernte Standorte.

Der Preis ist also mehr symbolische Anerkennung als ein Incentive. Funktioniert das denn?

Bei uns gibt es kein zusätzliches Geld für die Botschafterfunktion, die Kolleginnen und Kollegen machen das auf freiwilliger Basis neben ihrem eigentlichen Job. Die Kollegen freuen sich über die Anerkennung. Wir hören oft, dass die Auszeichnung motiviert, dranzubleiben. Sichtbarkeit und Wertschätzung sind wichtige Treiber. Eine Gewinnerin schrieb auf Linkedin, sie habe sich über den Preis riesig gefreut – das sei sehr motivierend und ein tolles Feedback gewesen für das zusätzliche Engagement. Sichtbarkeit erhöht die Karrierechancen. Und der Salzkristall bietet zusätzliche Kommunikationsanlässe und damit noch mehr Aufmerksamkeit.

Aber stellen Sie denn eine Veränderung in den Aktivitäten fest?

Nicht direkt. Unsere Auswertungen zeigen ein Auf und Ab, je nach Jahreszeit. Im Juli und August ist es wegen Urlaubszeiten immer ruhiger. Auch besondere Anlässe wie der Diversity Day im Mai oder der Barbara-Tag im Dezember spielen eine Rolle. Dass die Challenge allein die Zahlen nach oben treibt, sehen wir nicht. Aber sie bringt zusätzliche Sichtbarkeit, Anerkennung – und sie fördert den Austausch und die Diskussion in der Botschafter-Community  über besonders gelungene Beiträge.


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Wie läuft die Auswahl ab?

Wir – das sind meine Kollegin Lisa Kesete aus dem HR-Marketing, Norbert Breuer von unserer betreuenden Agentur WPRC und ich – bilden die Jury. Nach festgelegten Bewertungskriterien wählen wir immer am Monatsanfang den besten Beitrag aus dem Vormonat. Dann präsentieren wir ein Ranking der besten Beiträge im Community-Meeting, erklären die Auswahl und diskutieren mit der Gruppe. So lernen alle, was einen erfolgreichen Beitrag ausmacht.

Was macht einen guten Beitrag denn aus?

Wir bewerten vier Aspekte: Reichweite und Engagement, Inhalt, visuelle Gestaltung und besondere Erfolge. Letzteres sind etwa Kommentare von unseren Vorständen oder anderen Influencern. Wir vergeben keine Punkte, sondern entscheiden gemeinsam. Besonders klar war der Fall zum Beispiel beim Beitrag von Björn Carl Hamel, einem Sprenghauer aus dem Bergwerk in Zielitz bei Magdeburg. Er hat über das Zusammenspiel von Bergleuten und Bürokollegen geschrieben – ein toller Beitrag zu unserer Unternehmenskultur. Dazu kamen starke Reaktionen aus dem Netzwerk. Unsere Personalvorständin hat kommentiert und sein Beitrag wurde sogar in einen externen Newsletter eines New-Work-Experten aufgenommen.



Und was wird nicht ausgezeichnet? Mit Katzenvideos könnte man ja zum Beispiel viel Reichweite erzielen.

Stimmt, aber Reichweite allein ist nicht entscheidend. Beiträge müssen zur Positionierung der Person und zur Zielgruppe passen. Ein Bergmann, der über bergbaufremde Themen schreibt, ist eher unglaubwürdig. Wir helfen den Botschaftern zu Beginn, ihre Themen zu definieren. Wichtig ist auch, dass Beiträge eine Verbindung zu K+S haben. Persönliche Posts sind okay – aber möglichst mit Unternehmensbezug. Auch im Urlaub findet sich oft eine Verbindung, etwa bei einem Besuch eines Bergwerkmuseums oder auf einem Bauernhof, der Düngemittel von K+S nutzt. Ich selbst bin neulich in Frankreich im Supermarkt auf eine Salzmarke gestoßen, die zu K+S gehört. Das bietet doch eine tolle Gelegenheit für einen Post.

Wie geht es weiter mit dem Salzkristall?

Ich denke darüber nach, jedem Gewinner künftig einen eigenen Kristall zu schenken, der behalten werden darf – das wäre eine schöne Weiterentwicklung. Ideen gibt es viele: Eine Kollegin aus einem anderen Unternehmen prämiert etwa besonders gelungene Kommentare. Der Austausch in der Community der Programmverantwortlichen ist großartig. Wir lernen ständig voneinander und entwickeln uns weiter – genau wie unsere Botschafter.

Was raten Sie anderen Unternehmen, die über eine ähnliche Auszeichnung nachdenken?

Unbedingt machen, am besten gleich von Beginn an. Eine Challenge ist unkompliziert, hat aber große Wirkung. Sie macht Spaß, schafft Gemeinschaft und fördert die Entwicklung der Teilnehmenden. Und sie funktioniert – ganz ohne Geld. Die Wertschätzung, die unsere Botschafter dadurch erleben, ist ihnen oft Belohnung genug.

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