Maria Montserrat Alvarado wird neue Präfektin des Dikasteriums für Kommunikation im Vatikan. Sie leitet damit künftig die Kommunikationsbehörde des Heiligen Stuhls. Papst Leo XIV. hat die Medienmanagerin zum 1. November für fünf Jahre berufen.
Die Behörde ist für die Medienarbeit des Vatikans zuständig. Zu ihr gehören unter anderem das Portal „Vatican News“, Radio Vatikan, die Zeitung „L’Osservatore Romano“, das Presseamt des Heiligen Stuhls sowie Foto-, Audio- und Videodienste. Auch der vatikanische Verlag, die Druckerei und das Filmarchiv gehören dazu.
Mit Alvarado übernimmt erstmals eine Frau die Leitung einer Behörde des Heiligen Stuhls. Die 39-Jährige ist zudem zwar gläubige und praktizierende Katholikin, gehört aber keinem religiösen Orden an. Sie wird die jüngste Führungsperson des Vatikans sein. Der Vatikan setzt damit die von Papst Franziskus begonnene Reform der Kurie fort, wonach Laien und Frauen in der Verwaltung der katholischen Kirche mehr Verantwortung übernehmen sollen. Alvarado folgt auf Paolo Ruffini, der 2018 von Franziskus als erster Laie an die Spitze einer Behörde berufen wurde. Ruffini wird im Oktober 70 Jahre alt.
Nach ihrer Ernennung sagte Alvarado, die Berufung sei unerwartet gekommen. Sie nehme die Aufgabe mit dem Wunsch an, Papst Leo XIV. zu Beginn seines Pontifikats zu dienen.
Programmchefin eines papstkritischen Senders
Maria Montserrat Alvarado wurde in Mexiko-Stadt geboren. Sie studierte Politikwissenschaften an der Florida International University und an der George Washington University. 2008 erhielt sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 2009 bis 2023 arbeitete sie in leitenden Positionen beim Becket Fund for Religious Liberty, zunächst in der Kommunikation, später als Chief Operating Officer. Die Organisation setzt sich für die Verteidigung der Religionsfreiheit und Menschenwürde in den USA ein.
2021 übernahm sie beim katholischen Mediennetzwerk „Eternal Word Television Network“ (EWTN) die Moderation einer Nachrichtensendung. 2023 wechselte sie ganz zu EWTN, nachdem sie zur Programmchefin der Nachrichtensparte von EWTN News ernannt wurde. Seither verantwortete sie weltweit das Programm für Fernsehen, Radio, Print, digitale Medien und soziale Netzwerke. Das in Irondale, Alabama (USA) beheimatete Unternehmen ist die weltweit größte katholische Medienorganisation. In Deutschland ist EWTN seit 2000 präsent.
Während des Pontifikats von Papst Franziskus gab es öfter Streit mit EWTN. Er soll den Medienkonzern gar als „Werk des Teufels“ bezeichnet haben, weil der Sender häufig Kritik am Papst übte.