So erkläre ich anderen meinen Job …
Mein Job hat zwei Seiten: Zum einen unterstütze ich unsere Konzernsprecherin bei dem bunten Themenstrauß, den ihre insgesamt sieben Kommunikationsabteilungen mit sich bringen. Da ist gutes Projektmanagement gefragt. Zum anderen arbeite ich in der Strategie- und Vorstandskommunikation.
Für ein Medienunternehmen zu arbeiten, ist spannend, weil …
… ich kaum eine Branche kenne, die so schnelllebig ist. Vom wirtschaftlichen Einfluss auf unseren Aktienkurs über die kontinuierlichen internen Umstrukturierungen, die neuesten Aufreger bei „Promis unter Palmen“ oder das überwältigende Feedback, wenn Joko und Klaas Entertainment-Gold zaubern, bis hin zum Wechsel des gesamten Vorstands – all das beeinflusst meine Arbeit. Diese Dynamik macht den Job so besonders.
Das macht mir besonders viel Spaß …
Jeden Tag aufs Neue ist meine liebste Herausforderung, mich in andere Menschen hineinversetzen zu müssen. Wie gehe ich in ein Gespräch, damit mein Gegenüber mich bestmöglich versteht? Wie strukturiere ich ein Interview, um maximal viel Persönlichkeit zwischen die Zeilen fließen zu lassen? Und welchen Satz kann ich aus der Rede streichen, damit sie für die Zuhörer*innen knackiger wird?
Aufgaben, die mir gerne eine KI abnehmen dürfte, sind …
Ganz klar: das Korrekturlesen! Nach dem hundertsten Gegenlesen bin ich irgendwann blind für meine eigenen Fehler. Da ist KI wirklich ein guter Sparringspartner. Falls die KI irgendwann mal putzen kann, wäre ich auch nicht traurig, wenn ich auch diese Aufgabe abgeben könnte.
Prominente: eher unterhaltsam oder anstrengend?
Ich würde es so formulieren: So vielfältig die Wege in die Öffentlichkeit sind, so vielfältig sind auch die Prominenten selbst. Manche finde ich sehr unterhaltsam.
Heidi Klum würde ich gerne mal fragen …
… wann das Model-Business einfacher war: zum Start ihrer Karriere, als 90-60-90 noch ein ungeschriebenes Gesetz war, oder heute, wo Individualität, Diversität und Persönlichkeit im Mittelpunkt stehen?
Skills, die man in der Kommunikation unbedingt braucht …
Das Rezept lautet: Leidenschaft für Storytelling, eine gesunde Portion Selbstbewusstsein, ein offenes Ohr, die Fähigkeit, Gehörtes strukturiert einzuordnen, einen Funken Kreativität, viel Liebe zum Detail und vor allem einen inneren Kompass, der einem sagt, was richtig oder falsch ist. Kombiniert man das mit einem inspirierenden Umfeld und Kolleg*innen, die einem auch mal vermeintlich dumme Fragen beantworten, steht einem kaum etwas im Weg.
In meinem Volontariat hat mich am meisten überrascht …
… wie schnell ich Verantwortung übernehmen durfte. Dreimal geblinzelt und schon habe ich meine ersten Formate allein betreut. Das war manchmal herausfordernd, aber immer lehrreich. Ich habe in meinem Volo in Content Communications viele Fähigkeiten dazugewonnen, die mir bei meinem Wechsel in die Corporate Communications sehr geholfen haben.
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Darüber möchte ich gerne mehr erfahren …
Beruflich: Letztes Jahr sind die Abteilungen Diversity & Inclusion und Sustainability Teil unseres Kommunikationsbereichs geworden. Das ist thematisch eine echte Bereicherung. Künftig möchte ich die Arbeit der Kolleg*innen noch besser verstehen, besonders weil ich in meiner Zeit als Werkstudentin selbst in der Diversitätsarbeit tätig war. Dafür steht in den nächsten Wochen ein Shadowing an. Superwertvoll, dass ProSiebenSat.1 so was anbietet. Privat: Auf meinem Vision Board für 2026 steht dick und fett: „Yoga-Ausbildung“.
Mein Super-Tipp für den Einstieg in die PR …
Seid wissbegierig! PR ist keine Raketenwissenschaft. Wenn man der Aufgabe neugierig begegnet, entwickelt sich mit der Zeit ein Bauchgefühl, das oft verlässlicher ist als jede noch so ausgeklügelte Theorie oder Studie.
Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.
Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe #Skills. Das Heft können Sie hier bestellen.