Bereits zum achten Mal hat das Netzwerk Global Women in PR (GWPR) Kommunikatorinnen aus Unternehmen und Agenturen sowie freiberufliche und selbstständige PR-Expertinnen weltweit zu ihrem Arbeitsumfeld befragt. In diesem Jahr nahmen annähernd 550 Frauen aus 20 Ländern an der Befragung teil. Die Umfrage wurde gemeinsam mit der Strategieagentur Opinium von Juli bis September durchgeführt.
Ungeachtet der weltweit betrachtet eher geringen Teilnehmerzahl kommt GWPR zu einem besorgniserregenden Ergebnis: Belästigung und Mobbing seien in der Kommunikationsbranche weit verbreitet. So gibt die Hälfte der Befragten an, bereits Belästigungen oder unangemessenes Verhalten am Arbeitsplatz erlebt zu haben. In Deutschland, wo mehr als 100 Kommunikatorinnen teilnahmen, liegt diese Zahl mit 67 Prozent sogar deutlich höher. Und obwohl Meldungen der Vorfälle international auf 47 Prozent gestiegen sind (Deutschland: 36 Prozent), werden in 38 Prozent der Fälle keine Maßnahmen ergriffen. In Deutschland wird sogar mehr als jeder zweite Fall (58 Prozent) nicht weiter verfolgt.
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Als größte Karrierehemmnisse werden Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben sowie fehlende flexible Arbeitszeitmodelle genannt. In Deutschland gaben 94 Prozent der Befragten an, dass hauptsächlich die Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben Frauen daran hindern, Führungspositionen in der Kommunikation zu übernehmen. 74 Prozent sehen das Fehlen flexibler Arbeitsmodelle oder familienfreundlicher Arbeitsbedingungen als Hindernisse. 67 Prozent der befragten Kommunikatorinnen sagten, ihre Führungsriege sei hauptsächlich mit Männern besetzt.
Rückgang von Diversity-Themen
Karrierepausen benachteiligen Frauen weiterhin: 41 Prozent der international befragten Frauen haben eine Karrierepause eingelegt (in Deutschland 35 Prozent), doch mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) bietet nach Angaben der Befragten keine Programme zur Rückkehr ins Berufsleben an. In Deutschland hält sogar nur ein Drittel der Firmen (34 Prozent) Rückkehrer-Programme vor. Die Folge ist GWPR zufolge, dass Frauen nach einer Pause die Karriereleiter häufig eher hinabsteigen als hinauf.
Jede fünfte Befragte weltweit gibt an, dass ihr Unternehmen Diversität und Inklusion aus der Kommunikation gestrichen habe. In Deutschland sagt dies sogar jede dritte Befragte. „Dieser Rückgang von DEI-Themen zeichnete sich ab“, kommentiert Cornelia Kunze, Vorsitzende von GWPR Deutschland die Ergebnisse. „Wir hoffen, dass die Unternehmen, die weiterhin einen Fokus auf DEI legen, für ihr Engagement am Markt belohnt werden. Auch unsere Studie zeigt, wie groß der Bedarf ist.“