KI-Kompetenzen werden in PR und Kommunikation immer stärker nachgefragt. In Stellenanzeigen für dieses Berufsfeld hat sich die Nachfrage seit 2019 versechsfacht. Über alle Berufsgruppen hinweg hat sie sich im selben Zeitraum verdreifacht. Das zeigt eine Analyse von Stepstone von mehr als 5,6 Millionen veröffentlichten Stellenanzeigen auf dem Portal.
Demnach enthielten im Jahr 2019 durchschnittlich 0,85 Prozent aller auf dem Portal veröffentlichten Anzeigen mindestens einen KI-Skill. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 2,6 Prozent. Der Anteil stieg bis Juni auf rund 3,5 Prozent. Dabei setzte ein deutlicher Anstieg Stepstone zufolge erst Anfang 2025 ein, mehr als zwei Jahre nach der Veröffentlichung von ChatGPT – ein Zeichen dafür, dass KI zunehmend in der praktischen Arbeit ankomme.
Marketing bei KI-Anforderungen auf Platz zwei
Angesichts der Möglichkeiten, mithilfe generativer KI Inhalte zu erstellen, ist die Nachfrage nach KI-Kompetenzen nicht nur in der PR und Kommunikation, sondern darüber hinaus auch in benachbarten Berufsfeldern wie Marketing und Medien besonders stark gestiegen.
Im Vergleich aller Berufsfelder machte das Marketing einen Sprung. Der Anteil der Stellenanzeigen, in denen KI-Kompetenzen gefragt sind, stieg von 2,2 Prozent im Jahr 2023 auf 7,2 Prozent im Jahr 2025. Damit rückte das Marketing von Rang fünf auf Rang zwei vor – hinter den Wissenschaften (9,8 auf 10,6 Prozent) und vor der IT (3,6 auf 7,1 Prozent). PR und Kommunikation lagen 2025 mit 4,8 Prozent auf Rang fünf. Zwei Jahre zuvor gehörte das Berufsfeld mit 0,8 Prozent noch zu den Schlusslichtern.
Die höchste Nachfrage nach KI-Kompetenzen weisen die Wissenschaften auf. Im Personalwesen dagegen sind sie noch wenig gefragt. © Stepstone
Zahlen für das erste Halbjahr 2026 deuten weiteres Wachstum an. Demnach werden bereits in zehn Prozent der auf Stepstone ausgeschriebenen Marketing-Stellen KI-Kompetenzen verlangt. In der IT beträgt der Anteil rund zwölf Prozent, in der Wissenschaft 13 Prozent.
In Berufen, in denen physische Präsenz und menschlicher Kontakt gefragt sind, wie im Handwerk oder im Vertrieb, sowie in regulierten Bereichen, etwa im Gesundheitswesen oder im öffentlichen Dienst, sind solche Anforderungen noch selten. Dort liegt der Anteil entsprechender Stellenanzeigen unter einem Prozent.
Junge fühlen sich kompetenter als Ältere
Wie sicher sich Beschäftigte beim gezielten Einsatz von KI und beim kritischen Prüfen der Ergebnisse fühlen, hängt vom Alter ab. Das zeigt eine ergänzende Stepstone-Befragung unter 4.500 Erwerbstätigen aus dem Jahr 2025. Demnach bewerten 86 Prozent der unter 30-Jährigen ihre Kompetenz beim gezielten Einsatz von KI-Tools als mittel bis hoch. Unter den 50- bis 59-Jährigen liegt der Anteil bei 53 Prozent.
Auch beim kritischen Prüfen von KI-Ergebnissen zeigt sich eine Lücke. 79 Prozent der unter 30-Jährigen schätzen ihre Fähigkeiten hier als mittel bis hoch ein. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen sind es 62 Prozent.
Lesen Sie auch: