KOM: Mit welchen Fragestellungen im Bereich Corporate Influencer und Social Media werden Sie als Beraterin am häufigsten konfrontiert?
Die häufigsten Fragen, die uns begegnen, haben weniger mit Algorithmen oder Plattformtrends zu tun, sondern mit Menschen. Mit ihrer Unsicherheit, ihrem Rollenverständnis und der Frage, wie viel Sichtbarkeit sie sich selbst zutrauen. Es kommen Fragen auf wie: Darf ich das überhaupt? Zählt das zur Arbeitszeit? Wo liegen die Grenzen zwischen meiner Stimme und der des Unternehmens? Diese Unsicherheit ist kein Zeichen mangelnder Kompetenz, sondern Ausdruck fehlender Orientierung.
Erst wenn geklärt ist, was erwünscht und erlaubt ist, entsteht die Freiheit, sich sichtbar zu zeigen. Und genau diese Klarheit fehlt in vielen Organisationen noch.
Darüber hinaus beobachte ich häufig eine grundsätzliche Zurückhaltung: die Angst, etwas falsch zu machen, sich angreifbar zu machen oder versehentlich Erwartungen zu enttäuschen. Viele Mitarbeitende möchten beitragen, wissen aber nicht, wie sie ihre Perspektive sinnvoll einbringen können. Sie spüren, dass Social Media für ihre Rolle relevanter wird, haben aber keinen inneren Kompass dafür, wie Sichtbarkeit im Unternehmenskontext funktioniert.
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Unsere Aufgabe als Agentur ist es deshalb selten, Social Media zu erklären. Es geht vielmehr darum, Selbstvertrauen aufzubauen und Menschen zu befähigen, ihre Stimme konstruktiv einzusetzen. Wenn Mitarbeitende verstehen, warum ihre Perspektive wertvoll ist und wie sie im Einklang mit den Unternehmenswerten kommunizieren können, entsteht ein ganz anderer Zugang zu Social Media – und zwar einer, der sich nicht wie eine Pflicht, sondern wie eine Chance anfühlt.
Aus diesem Grund haben wir für genau solche Fragestellungen eine Lösung entwickelt. Wir arbeiten immer nach dem Grundprinzip „Befähigen statt belehren“. Wir entwickeln Formate, die Mitarbeitende aller Ebenen abholen – von der Geschäftsführung bis zum Berufseinstieg. Das können kleinere Workshops sein, größere Gruppenformate oder individuelle One-to-One-Begleitungen. Entscheidend ist: Wir schaffen Räume, in denen Fragen gestellt werden dürfen, Unsicherheiten Platz haben und Menschen in ihrem eigenen Tempo wachsen können.
Dabei geht es nicht nur um Tools oder Plattformmechaniken, sondern zuerst um Haltung, Relevanz und Ausdruck. Sichtbarkeit entsteht durch Menschen. Gleichzeitig gehört das Handwerk selbstverständlich dazu. Zu verstehen, wie Plattformen funktionieren, wie Inhalte wirken und wie man die eigene Präsenz professionell gestaltet. Wir vermitteln Mitarbeitenden daher beides: den strategischen Sinn hinter ihrer Sichtbarkeit und die praktische Sicherheit, die sie benötigen, um diese sinnvoll umzusetzen.
Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe #International. Das Heft können Sie hier bestellen.