Bringt die Kommunikation Menschen ins Handeln?

Inside IK

In unserer Serie „Inside IK“ geben Verantwortliche der internen Kommunikation Einblicke in Themen, Formate und Zuständigkeiten innerhalb ihrer Organisation oder Unternehmens.


Welche Kanäle bedienen Sie in der internen Kommunikation?

Unser Herzstück ist unser Social Intranet, das sowohl als Desktop-Variante als auch als Mobile App verfügbar ist. Wir haben es bewusst als interaktiven Hub auf der Basis von User-Generated-Content konzipiert. Die Mitarbeitenden sollen nicht nur konsumieren, sondern aktiv beitragen und sich austauschen können. Für die direkte Kommunikation setzen wir auf zielgruppengerechte Townhalls. Natürlich bedienen wir auch klassische Kanäle wie Print-Aushänge oder E-Mails. Bei 2.300 Mitarbeitenden in 17 europäischen Ländern ist diese Flexibilität entscheidend.

Über welche Themen informieren Sie aktuell besonders intensiv?

Nachdem wir die Transformation vom klassischen B2C-Einzelhandel zur B2B-Plattform erfolgreich begleitet haben, liegt unser Fokus in diesem Jahr klar darauf, unsere Führungskräfte in ihrer Rolle als Kommunikator*innen systematisch auszubauen. Hier arbeiten wir eng mit dem Bereich „People“ zusammen und nutzen Synergien. Ein weiterer Schwerpunkt ist es, unsere B2B-Strategie noch direkter zu vermitteln. Wir übersetzen die komplexe Strategie in verständliche Botschaften und konkrete Beispiele, damit alle Mitarbeitenden ihre Rolle an unserem gemeinsamen Erfolg noch bewusster wahrnehmen und unternehmerisch handeln können. Denn unser Ziel ist es, gemeinsam Europas führende B2B-Beschaffungsplattform zu werden.

In welchen Formaten spricht der CEO über geschäftliche Entwicklungen?

Wöchentlich gibt es das „CEO Weekly Update“ in CoNet, in dem unser CEO persönlich über die Highlights seiner zurückliegenden Woche berichtet und strategische Fortschritte aufgreift. In den Townhall Meetings wirft er sowohl einen Blick zurück auf das vergangene Quartal als auch nach vorne auf die nächsten Monate. Im Dialog-Format „Strategy Talk” berichtet der CEO nicht nur über die Unternehmensstrategie, sondern setzt auf die Partizipation durch Fragen und Ideen der Mitarbeitenden. Zusätzlich nutzt er Linkedin, um auch extern sichtbar zu machen, was bei Conrad passiert.

Für welche Inhalte interessieren sich die Mitarbeitenden am meisten?

Menschen folgen Menschen – das ist unsere wichtigste Erkenntnis. Das höchste Engagement haben immer Nachrichten, in denen es um Menschen geht: vom Intranet-Top-Post des Jahres, in dem eine Kollegin für 50 Jahre bei Conrad geehrt wurde, über die Begrüßung neuer Management-Mitglieder bis hin zu sozialen Aktionen. Je verständlicher der Inhalt und je mehr sich die Mitarbeitenden damit identifizieren können, umso besser kommt es an. Die meisten Intranet-Impressionen erzielen aber nach wie vor die CEO-Weekly-Updates. Kleine Gewinnspiele zur Anregung des Engagements funktionieren auch immer – und der Kantinen-Speiseplan ist nach wie vor ein Dauerbrenner.

Welche Abteilungen sind im Unternehmen für die interne Kommunikation verantwortlich?

Das Team der Internen Kommunikation ist gemeinsam mit dem Bereich Public Relations direkt am CEO angebunden. Wir arbeiten außerdem eng mit People und IT zusammen – das „Magische Dreieck” gelungener Interner Kommunikation. In den Landesgesellschaften setzen wir stark auf die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und bereiten möglichst alle Inhalte so auf, dass sie für die jeweiligen Zielgruppen genutzt werden können.

Inwieweit können sich Mitarbeitende selbst einbringen und aktiv an der Kommunikation beteiligen?

Da unser Intranet auf User-Generated-Content basiert, können und sollen alle Mitarbeitenden selbst Inhalte posten. Wir ergänzen den User-Generated-Content mit entsprechenden Unternehmensnews und -formaten. Für den direkten Dialog gibt es mehrere Formate. Zusätzlich arbeiten wir mit Umfragen, um regelmäßig Feedback und Anregungen zu sammeln. Ein weiteres neues Format verbindet die Teams horizontal untereinander. Initiativen wie die „AI Ambassadors“ fördern wir gezielt, da wir großen Wert auf Partizipation legen.

Anhand welcher KPIs messen Sie Erfolge in der internen Kommunikation? Welche sind Ihnen besonders wichtig?

Wir haben ein strukturiertes KPI-System mit vier gleichgewichteten Säulen basierend auf den Zielen in unserer Strategie entwickelt. Dabei messen wir vor allem ergebnisorientiert statt nur willkürliche Output-Zahlen niederzuschreiben. Dazu gehören Pulse Checks genauso wie die Beobachtung, ob und wie strategiekonforme Entscheidungen im Arbeitsalltag getroffen werden. Natürlich tracken wir zusätzlich auch Aktivitätsraten im Intranet. Mir persönlich ist es aber wichtig, dass wir nicht nur klassische Reichweiten-Metriken betrachten, sondern wirklich messen, ob unsere Kommunikation strategische Wirkung entfaltet und Menschen ins Handeln bringt.


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