KOM: Bei welchen Aufgaben in der Medienarbeit können KI-Agenten einen sinnvollen Beitrag leisten?
Eine Medienanfrage trifft ein, der KI-Agent stellt die passenden Hintergrundinformationen zusammen, skizziert einen Antwortvorschlag und informiert die zuständige Person. Das funktioniert, wenn man bereit ist, die eigenen Abläufe einmal sauber zu durchdenken.
Anders als ein Chatbot brauchen Agenten nicht immer einen neuen Prompt. Sie bekommen einmal ein gutes Briefing sowie Zugriff auf relevante Dokumente und erledigen dann wiederkehrende Aufgaben. Je nach System und Freigaben können sie dafür automatisch weitere Quellen und Tools wie E-Mail, Kalender, Reportings und Datenbanken nutzen.
Reporting und Qualitätssicherung
Für den Start mit KI-Agenten eignen sich in der Medienarbeit drei Bereiche besonders gut.
Erstens: die tägliche Routine. Ein Agent kann das Medienmonitoring zusammenfassen, relevante Erwähnungen einordnen und morgens eine kompakte Übersicht liefern.
Zweitens: die Qualitätssicherung. Wer Anweisungen zusammenstellt, die den eigenen Tone of Voice und die Kernbotschaften beschreiben, erhält einen Gegenlese-Agenten, der jede Pressemitteilung und jeden Social-Media-Post prüft, bevor sie rausgehen.
Drittens: das Reporting. KI-Agenten können heute Excel-Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen, auswerten und die Ergebnisse visuell aufbereiten – vom Clipping-Report bis zur Quartalsauswertung.
Der wichtigste Schritt ist dabei nicht technisch, sondern konzeptionell: Was genau soll der Agent tun? Worauf soll er achten? Woran erkenne ich, ob das Ergebnis gut ist? Wer diese Fragen beantworten kann, hat den schwierigsten Teil schon geschafft. Die Agenten sind dann nur noch das Werkzeug.
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Zwei Dinge sollten von Anfang an mitgedacht werden: Governance und Qualitätskontrolle. Sobald vertrauliche Informationen oder personenbezogene Daten ins Spiel kommen, braucht es klare Regeln. Klären Sie vorab mit IT und Datenschutz, welche Daten in welches System dürfen. Und jeder Agent braucht einen Menschen, der Ergebnisse und entscheidende Zwischenergebnisse prüft – einen Communicator-in-the-Loop, der für die nötige Qualität sorgt.
Mein Vorschlag für den ersten Schritt: Nehmen Sie eine Aufgabe, die Sie jede Woche wiederholen und die Sie langweilt. Schreiben Sie auf, wie Sie dabei vorgehen. Schritt für Schritt. Genau diese Beschreibung ist Ihr erstes Agenten-Briefing. Dann die Anweisungen im Chat präzisieren, in den Agenten übernehmen, testen und nachjustieren. Auch wenn das anfangs etwas Zeit kostet: Die Investition lohnt sich.
Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe #Social. Das Heft können Sie hier bestellen.