Wie lässt sich Twitch in der Kommunikation nutzen?

Praxistipp

Twitch ist die Antwort auf eine Frage, die sich viele Kommunikationsabteilungen noch gar nicht gestellt haben: Wie kommuniziert man in Echtzeit mit einer Zielgruppe, die klassische Werbung ablehnt, aber Marken liebt, wenn diese sich wie Menschen verhalten?

Twitch ist nicht nur Gaming. Twitch ist ein digitaler Lagerfeuerplatz, an dem sich Millionen versammeln, um Menschen beim Reden, Spielen, Kochen oder einfach beim Existieren zuzusehen. Live und ungefiltert. Und manchmal auch ungeschminkt, was für manche Marken bereits eine Zumutung darstellt.

Die Zielgruppen? Das sind vor allem die Gen Z und junge Millennials. Also jene Generationen, die mit dem Smartphone in der Hand geboren wurden und bei denen Authentizität nicht nur ein Buzzword, sondern eine Währung ist. Fast 74 Prozent der Twitch-User sind zwischen 16 und 34 Jahre alt. Wer hier mit Powerpoint-Präsentationen aufschlägt, wird abgestraft.

Was heißt das für die Kommunikation?

Talk statt Teleprompter: Wer auf Twitch sendet, muss reden können. Ohne abzulesen. Und nein, es ist keine gute Idee, einen CMO auf das Sofa eines Streamers zu setzen, der dort erklärt, dass „er auch privat gerne mal Youtube schaut“, und dann über KPIs statt Communitys spricht.

Kooperationen mit Streamern: Streamer sind die neuen Markenbotschafter – mit direkter Leitung zur Community. Aber wer glaubt, man könne sie wie klassische Testimonials behandeln, hat das Prinzip nicht verstanden. Hier wird nicht diktiert, hier wird vertraut.

Community Management in Echtzeit: Twitch ist kein Kanal, Twitch ist ein Gespräch. Wer erst intern abstimmen muss, bevor er antwortet, hat schon verloren. Die Community wartet nicht auf Freigaben, sondern auf echte Reaktionen.

Twitch ist kein Ort für Hochglanz. Es ist ein Ort für Haltung, Dialog und digitale Nähe. Wer bereit ist, sich auf die Plattform und ihre Kultur einzulassen, kann hier mehr gewinnen als Klicks – nämlich echte Fans.


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