Karoline von dem Bussche ist AI Content Director bei der Agentur Palmer Hargreaves. Sie hält Masterclasses und unterstützt die KI-Implementierung in der Agentur. Hier stellt sie fünf Tools und Funktionen vor, die sie häufig nutzt – und sagt, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.
NotebookLM
Dafür setze ich es ein: Mit NotebookLM von Google lassen sich lange Texte nicht nur vorlesen, sondern in unterhaltsame Podcasts umwandeln. So kann ich mir ganz nebenbei die Erkenntnisse aus den neuesten KI-Studien anhören. Was ich interessant finde, lese ich im Original noch einmal nach.
Das ist gut: NotebookLM entwickelt aus dem trockenen wissenschaftlichen Paper einen natürlich wirkenden Dialog mit Story und Humor.
Das nervt: Um die KI verantwortungsvoll zu nutzen, muss ich immer genau prüfen, welche Texte ich hochlade.
Das kostet es: Kostenlos bei Anmeldung.
Lovable
Dafür setze ich es ein: Mit Lovable lassen sich sehr schnell Mockups für Webseiten und Web-Apps bauen. Ich nutze das Tool aus rechtlichen Gründen nicht produktiv, teste aber gern erste Ideen – ob sie funktionieren und welche Ressourcen ich dafür brauche.
Das ist gut: Es macht einfach Spaß: Ich beschreibe kurz, was ich mir vorstelle, Lovable beginnt zu zaubern – und die interaktive Anwendung funktioniert. Ich kann herumprobieren und Fragen dazu stellen.
Das nervt: Wieder ein Tool, das auf Informationssicherheit und Datenschutz zu prüfen ist. Schön wäre es, wenn europäische Firmen aktiv eine DSGVO-konforme Variante anbieten würden.
Das kostet es: Es gibt einen kostenlosen Zugang zum Kennenlernen, einen Pro-Zugang ab 25 US-Dollar pro Monat und einen Team-Zugang ab 30 US-Dollar pro Monat.
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Deep Research
Dafür setze ich es ein: Deep Research ist kein eigenständiges Tool, sondern eine agentische Funktion, die zusammen mit Sprachmodellen wie ChatGPT und Claude, KI-Suchmaschinen wie Perplexity und auch in der Plattform Langdock nutzbar ist. Sie kombiniert eine umfassende Websuche mit sukzessiver Quellenauswertung und erstellt Berichte mit Verweisen zu zahlreichen Quellen.
Das ist gut: Schon die Berichte selbst verschaffen einem einen guten Überblick, besonders interessant finde ich aber die Quellverweise. Unter den Links finden sich viele seriöse Webseiten, die bestimmte Aspekte vertiefen und in der normalen Websuche untergehen.
Das nervt: Die Berichte sind oft umfangreich. Daher empfehle ich, schon im ersten Prompt die Länge des gewünschten Ergebnisses anzugeben. Zudem sind nicht alle Quell-Links korrekt. Um sicher zu gehen, muss man die Webseiten selbst prüfen.
Das kostet es: Bei Perplexity und ChatGPT kostenlos, aber mit Anmeldung.
Flowcharts generieren in Miro
Dafür setze ich es ein: Prozessbeschreibungen lassen sich bei Miro mit der integrierten KI-Funktion in anschauliche Flowcharts übertragen.
Das ist gut: Ich kann den Prozess beschreiben, ohne über Verständlichkeit und Grammatik nachzudenken. Die KI visualisiert die grundlegenden Schritte und Entscheidungen, und ich kann das Flowchart dann selbst in Miro weiterentwickeln.
Das nervt: Auch dieses Tool sollte nicht mit sensiblen Daten gefüttert werden. Die Qualität der Ergebnisse schwankt – von überraschend gut bis manchmal überraschend schlecht.
Das kostet es: Bereits mit dem kostenlosen Miro-Zugang nutzbar.
Generatives Löschen in der Windows Fotoanzeige
Dafür setze ich es ein: Ich habe keinen Zugriff auf Bildbearbeitungs-Tools, doch in den Screenshots für meine Präsentationen befinden sich manchmal störende Artefakte. Die kann ich mithilfe der Funktion „Generatives Löschen“ direkt in der Windows Fotoanzeige entfernen.
Das ist gut: Die Bildbearbeitung funktioniert ganz intuitiv, wie ein digitaler Radiergummi.
Das nervt: Die Funktion im Menü zu finden, klappt nicht so intuitiv, wie mit ihr zu arbeiten. Wenn ich sie längere Zeit nicht benutzt habe, muss ich erstmal suchen: Sie befindet sich nicht im „Designer“ wie die anderen KI-Funktionen, sondern im Menü „Bearbeiten“, als Radiergummi mit Sternchen.
Das kostet es: Kostenlose Standard-App in Windows.
Mehr Tipps im Umgang mit generativer künstlicher Intelligenz finden Sie in der Reihe How-to GenAI.