Siemens-Chef Roland Busch hat den erfolgreichsten Linkedin-Auftritt, gefolgt von Markus Krebber (RWE) und Carsten Knobel (Henkel). Zu diesem Ergebnis kommt der „LinkedIndex“, eine jährliche Analyse der Agentur Palmer Hargreaves. In diesem Jahr wurden insgesamt 84 Profile von H-Dax-Vorstandsvorsitzenden untersucht. Der H-Dax umfasst Unternehmen, die in Dax, M-Dax und Tec-Dax enthalten sind. Die Analyse basiert auf 2.857 veröffentlichten Beiträgen des Jahres 2025, 44.142 Interaktionen und rund 2,5 Millionen Publikumsreaktionen.
Rasanter Aufstieg von Roland Busch
In die Wertung eingeflossen sind fünf Faktoren, die für die diesjährige Analyse neu angepasst wurden. Dazu zählen wöchentliches Followerwachstum, Beitragsfrequenz, Engagement des Publikums (Audience Activity), Community Management und Interaktion mit fremdem Content (Diskurs).
In den ersten vier Kategorien steht Roland Busch an der Spitze. Der Siemens-CEO, der im vergangenen Jahr noch auf Rang 17 lag, weist einen deutlich professionalisierten Auftritt vor, heißt es in einer Mitteilung zur Studie. Demnach verbindet Busch technologische Zukunftsbilder, hohe Frequenz, starke Publikumsresonanz und eine plattformnahe Erzählweise zu einem Gesamtauftritt, „der Vision und Zugänglichkeit überzeugend zusammenführt“.
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Auf Platz zwei folgt Markus Krebber. Mit aufwändig produzierten Beiträgen positioniert sich der Vorstandsvorsitzende von RWE laut Autoren als pragmatischer Gestalter der Energiewende. Hätte früher vor allem die gesamtgesellschaftliche Transformation im Vordergrund gestanden, sei Krebbers Erzählung in den vergangenen Monaten deutlich ausgewogener gewesen. Über den Drittplatzierten Carsten Knobel heißt es, er verdichte seine Henkel-Erzählung noch stärker zu einem visionären Zukunftsbild, das Herkunft, Unternehmenskultur und Erneuerung miteinander verbindet.
Auf den weiteren Plätzen liegen Leo Birnbaum von Eon und Vincent Warnery von Beiersdorf, die sich beide im Vergleich zum Vorjahr verbessert haben. Bernd Montag kehrt in die Top-10 zurück und belegt den sechsten Platz. Die Top-10 komplettieren Tim Höttges (Telekom), Dominik von Achten (Heidelberg Materials), Christian Klein (SAP) und Michael Sen (Fresenius).
CEO als Sprecher und Moderator des Wandels
Palmer Hargreaves zufolge zeigt eine Auswertung der Top-10-Profile: Erfolgreiche CEOs erzählen keine berufliche Lebensgeschichte, sondern moderieren fast immer eine institutionelle Transformation. Im Zentrum stehen Zukunftsorientierung, Teambezug, gesellschaftliche Relevanz und die sichtbare Begleitung von Wandel. „Der CEO erscheint nicht als Held seiner Berufsbiografie, sondern als Sprecher, Übersetzer und Moderator organisatorischer Veränderung“, schreiben die Autoren.
Die zehn erfolgreichsten H-Dax-CEOs auf Linkedin. Für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie auf die Grafik. © Palmer Hargreaves
Welche Posts sind erfolgreich? Am häufigsten werden Bilder und Videos gepostet. Auf die Frequenz scheint es dabei durchaus anzukommen: Roland Busch postet mit mehr als drei Beiträgen pro Woche am häufigsten. Krebber und Knobel etwa zweimal. Auffällig ist laut Auswertung, dass sieben der zehn frequenzstärksten CEOs auch in den Top Ten vertreten sind. Den Studienautoren zufolge sind aber vor allem Relevanz und Angemessenheit entscheidend. So könnten selbst sensible oder komplexe Inhalte eine hohe Resonanz erzielen, wenn sie die Interessen des Publikums treffen und glaubwürdig formuliert seien, schreiben die Studienautoren.
Die drei erfolgreichsten Beiträge behandeln anspruchsvolle Themen entsprechend souverän: Roland Busch spricht über den Tod eines Siemens-Managers, Airbus-Chef Guillaume Faury entschuldigt sich für Probleme bei A320-Flugzeugen. Der dritte erfolgreichste Post stammt ebenfalls von Roland Busch, der einen Besuch an der Universität Erlangen dokumentiert. Entscheidend sei jeweils der richtige Tonfall.
Insgesamt baut Linkedin seine Rolle für die Vorstandskommunikation weiter aus. Das Fazit der Studie: CEOs kommunizieren mit einem größeren Publikum, pflegen ihre Community systematischer und treten häufiger in den Dialog mit ihren Stakeholdern.
Die komplette Studie steht unter www.linkedindex.de zur Verfügung.