Die Menschen interagieren auf Linkedin mehr denn je, nur auf eine Weise, die nicht für alle sichtbar ist. Das zeigt die diesjährige Linkedin-Studie des Tool-Anbieters Metricool, der mehr als 673.000 Beiträge und 63.000 Accounts weltweit im Zeitraum Januar bis Februar 2025 sowie Januar bis Februar 2026 ausgewertet hat. Erstmals wurden Unternehmensseiten als auch persönliche Profile in der Untersuchung berücksichtigt.
Das Engagement auf der Business-Plattform ist demnach um 14 Prozent gestiegen. Klassische Interaktionsmetriken wie Likes (minus 13 Prozent), Kommentare (minus 17 Prozent) und Shares (minus 10 Prozent) haben aber an Bedeutung verloren. Treiber des Engagements seien „unsichtbare Interaktionen“ wie Klicks, Videoaufrufe oder das Durchklicken von Karussells. Damit verschiebt sich die Messlogik der Plattform weg von sichtbaren Reaktionen hin zu tatsächlicher Nutzung.
Marken-Inhalte werden eher geteilt
Der Vergleich von Unternehmensseiten und persönlichen Profilen zeigt, dass Menschen mit Menschen interagieren, Inhalte jedoch eher von Markenprofilen teilen. So erzielen in der Stichprobe zwar beide Profiltypen im Schnitt etwa gleich viele Impressionen pro Beitrag. Persönliche Seiten erhalten aber bis zu 237 Prozent mehr Kommentare als Unternehmensseiten. Dafür werden Unternehmensseiten fast 15-mal häufiger geteilt. Die Studienautoren interpretieren dieses Ergebnis so: Persönliche Profile stehen zunehmend für Gespräche, Vertrauen und Interaktion, Unternehmensseiten bleiben zentral für Reichweite und Content-Verbreitung.
Beide Profiltypen setzen vor allem auf Bild- und Videobeiträge. Posts dieser Art machen laut Metricool fast 75 Prozent aller Beiträge auf Linkedin aus. Dabei gehören sie nicht zu den reichweitenstärksten Formaten. Videos etwa sind der Studie zufolge das zweithäufigste Format, rangieren aber hinsichtlich von Impressionen und Interaktionen im Vergleich am schlechtesten. Deutlich besser performen demnach Karussells und Multi-Image-Posts. Besonders ausgeprägt ist diese Schieflage bei Umfragen: Sie machen weniger als ein Prozent aller Beiträge aus, erreichen im Schnitt jedoch die höchste Reichweite.
Hashtags sind Reichweitentreiber
Neben dem Format beeinflussen bestimmte Mechaniken die Performance. Metricool identifiziert drei Engagement-Treiber: externe Links, Hashtags und Call-to-Action.
Die oft angenommene Behauptung, dass externe Links in Beiträgen sich negativ auswirken, bestätigt die Metricool-Studie nicht, zumindest nicht für Unternehmensseiten. Tatsächlich habe die Stichprobe gezeigt, dass Beiträge mit externen Links 51 Prozent mehr Impressionen und 41 Prozent mehr Interaktionen erzielen. Bei persönlichen Profilen kehrt sich der Effekt allerdings um: Dort sinken sowohl die Impressionen als auch die Interaktionen um 27 respektive 20 Prozent.
Beiträge mit Hashtags schneiden im Schnitt bei beiden Kontotypen besser ab. Der gezielte Einsatz von Hashtags steigert die Reichweite demnach um 85 Prozent und Interaktionen um 88 Prozent. Zu viele Hashtags können die Performance eines Beitrags allerdings beeinträchtigen. Die Studienautoren empfehlen ein bis fünf Hashtags, die für das jeweilige Thema relevant sind.
Letztlich erhöhen Beiträge mit Fragen oder klaren Call-to-Actions die Interaktionsrate. Im Schnitt gebe es bis zu 80 Prozent mehr Kommentare, wenn Menschen zum Kommentieren aufgefordert werden.
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Entscheidend für den Erfolg eines Beitrags ist auch das richtige Timing. Rund 50 Prozent aller Impressionen entstehen innerhalb der ersten 48 Stunden nach Veröffentlichung. Danach nehme die Reichweite deutlich ab, heißt es in der Studie. Wer Konkurrenz meiden will, sollte nicht zwischen 9 und 12 Uhr posten – in dieser Zeit werden die meisten Beiträge auf Linkedin veröffentlicht.
Der Tool-Anbieter sieht eine strukturelle Verschiebung: Linkedin entwickle sich von einer reinen Interaktionsplattform hin zu einer Umgebung, in der die tatsächliche Nutzung von Inhalten stärker in den Mittelpunkt rückt.
Die vollständige Linkedin-Studie kann hier heruntergeladen werden.