Kompetent mit Influencern umgehen

Rezension

Bibi, Dagi, Luca. Hinter den Zweisilbern stecken gekonnte Selbstinszenierung, gelungene Kommunikation und große Reichweite. Bibi, Dagi und Luca sind drei von vielen Youtube-Stars. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen den Absatz- und Meinungsmarkt beeinflussen.

Das neue Buch „Influencer Relations“ bietet kompaktes Fachwissen sowie zahlreiche Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den digitalen Meinungsführern. Die Herausgeber Annika Schach, Professorin für Angewandte PR, und Timo Lommatzsch, Geschäftsführer der Agentur MT-Medien, haben es gemeinsam mit 31 Autoren verfasst.

Im ersten Teil betätigen sich die zwei Herausgeber als Autoren und bieten eine wissenschaftliche Verortung des Themas: Sie grenzen Influencer Relations von Influencer Marketing ab und diskutieren, ab wann jemand ein Influencer ist. Zwar rüsten diese Definitionsansätze den Leser mit einem Grundverständnis aus, sie werden jedoch in den weiteren Kapiteln nicht mehr so deutlich auseinandergehalten – und das Buch beschäftigt sich im Grunde nicht nur mit Influencer Relations, sondern auch mit Influencer Marketing.

(c) Springer Verlag

Influencer Relations: Marketing und PR mit digitalen Meinungsführern
Annika Schach und Timo Lommatzsch (Hrsg.), 328 Seiten, Springer Verlag, 34,99 Euro

Der zweite, dritte und vierte Teil des Buchs ähneln einander. So stark, dass sie sich thematisch überlappen und im Grunde zusammen den großen Praxisteil darstellen: Hier finden Leser ebenso Dos wie Don’ts. Sie basieren unter anderem auf einzelnen Erhebungen der Autoren. So beobachtet das Forscherteam um Daniela Schlütz: „Unaufdringlichkeit des Werbemittels ist – unserer Studie nach – die entscheidende Komponente für eine positive Wirkung. Je besser die persuasive Absicht verborgen bleibt, umso eher können sich Wirkungen entfalten.“

Aber das Buch sensibilisiert auch für potenzielle Risiken und aktuelle Entwicklungen. Es hält beispielsweise rechtliche Informationen parat: Ausgehend vom Urteil des Oberlandesgerichts Celle gegen Rossmann zur Schleichwerbung auf Instagram bieten die Autoren Informationen zu Kennzeichnungen von Produktplatzierungen.

Die Herausgeber hätten das Buch durch eine kritische Auseinandersetzung mit der angloamerikanischen Fachliteratur hilfreich ergänzen können. Auf dem begrenzten Raum bieten sie dennoch viel Wichtiges. Wie Unternehmer den passenden Influencer identifizieren und für sich gewinnen, wird in acht Schritten nahegelegt. Das ist zwar knapp, für Leser mit wenig Vorwissen dennoch nützlich. Mit Checklisten, Zusammenfassungen am Anfang und Ende jedes Kapitels, zahlreichen Quellen und weiterführender Literatur rüsten die Autoren ihre Leser mit den Basics für einen kompetenten Umgang mit Influencern aus.

Fazit:


(Sollte man gelesen haben)

Hilfreiche – wenn auch nicht optimal aufgebaute – Übersicht über eine komplexe wie zeitaktuelle Kommunikations- und Marketingstrategie.