Deepfakes sind in Deutschland vom Nischenthema zum Alltagsphänomen geworden. Das zeigt eine Studie der Universität Leipzig (PDF), deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. Demnach gaben in einer repräsentativen Onlinebefragung 2025 unter mehr als 1.200 Internetnutzern nur noch 27 Prozent an, im vergangenen Jahr keinem Deepfake begegnet zu sein. In einer ersten Befragung 2022 waren es noch 77 Prozent. Häufige Kontaktpunkte sind Instagram, Facebook, Youtube und Tiktok.
Gleichzeitig wächst das Wissen nur langsam. Zwar ordneten acht von zehn Befragten, die den Begriff kannten, Deepfakes korrekt als KI-gestützte Erstellung oder Manipulation von Bildern, Videos und Ton ein. Doch bei Verbreitung, Erkennung und Regulierung bleiben große Lücken. Nur 24 Prozent trauen sich zu, einen Deepfake selbst zu erkennen; mehr Vertrauen haben sie in Recherchen und Fact-Checking-Seiten.
Mehrheit sieht Demokratie bedroht
Die Folge ist nicht nur die Sorge, selbst auf Fälschungen hereinzufallen. Besonders stark ist die Angst, dass andere manipuliert werden, Deepfakes die öffentliche Meinung beeinflussen und die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Knapp 80 Prozent befürchten, Deepfakes könnten die öffentliche Meinung beeinflussen, 72 Prozent sehen eine Gefahr für die Demokratie. 73 Prozent sorgen sich, dass sie bald nichts mehr auf Social Media glauben können.
Akzeptanz finden Deepfakes dann, wenn der KI-Einsatz transparent gekennzeichnet ist und betroffene Personen eingewilligt haben. Die Leipziger Forscher plädieren deshalb für Medienbildung, verlässliche Institutionen wie einem kritischen Journalismus und die Bereitschaft, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen.
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