Authentizität ist (auch) in diesem Jahr der Schlüssel zum Erfolg auf Linkedin. Emotionale und persönliche Geschichten sowie lehrreicher Content mit praktischen Tipps und Anleitungen führen zu mehr Engagement als Firmen-Updates. Interaktive Formate wie Umfragen, Q&As und eventbezogener Content schneiden in puncto Engagement besser ab. Linkedin hat sich in den letzten Monaten außerdem immer mehr zu einer visuellen Plattform entwickelt. Video- und Dokument-Posts sowie Infografiken performen signifikant besser als textlastige Beiträge. Der Trend geht zu personalisierten Ansprachen und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Posts. Dazu passt, dass individuelle Profilseiten 40 Prozent mehr Reichweite aufweisen als Unternehmensseiten. Außerdem richtet sich Linkedin immer mehr an mobile Nutzerinnen und Nutzer aus: diese scrollen schneller und verbringen im Schnitt zwölf Sekunden weniger Zeit auf der Plattform im Rahmen einer Session.
Das sind einige der Ergebnisse der sechsten Ausgabe des „Linkedin Algorithm Reports“, die von Just Connecting unter der Leitung von Richard van der Blom zusammen mit Authored Up Ende April vorgestellt wurde. Dafür wurden über 1,8 Millionen Posts von 58.000 persönlichen Profilen und 31.000 Unternehmensseiten auf Linkedin aus mehr als 60 Ländern und in 25 Sprachen analysiert.
Der mehr als 250 Seiten umfassende Report gibt konkrete Hinweise auf den Einsatz von Formaten, Links und Taktiken für mehr Sichtbarkeit, Reichweite und Engagement.
Mit vertikalen Videos und Infografiken punkten
Bei den Formaten bleiben die Videos mit 23 Prozent mehr Reichweite vorne. Wirksam sind sie allerdings nur dann, wenn sie vertikal, mobiloptimiert und 30 bis 60 Sekunden lang sind.
Umfragen haben 28 Prozent an Reichweite verloren, aber sind der Gewinner bei den vorgeschlagenen Posts. Struktur (sieben Tage Laufzeit und drei Optionen) sowie Ziel müssen klar vorgegeben sein.
Dokument-Posts haben zwar auch an Reichweite eingebüßt (19 Prozent), doch sie performen gut durch die längere Verweildauer und die Option aufs Abspeichern. Wichtig hierbei: Sie sollten acht bis zwölf Folien beinhalten, die erste Folie ist entscheidend.
Posts, die Text und Bild kombinieren, haben acht Prozent an Reichweite verloren. Infografiken zum Text performen 2,4-mal besser als Bilder, werden aber noch nicht so häufig genutzt. Selfies, im letzten Report 2024 noch empfohlen, bringen jetzt 30 Prozent weniger Reichweite.
Text-Beiträge ohne Bilder haben eine reduzierte Reichweite von 18 Prozent. Sie sind nur dann wirksam, wenn sie eine Länge von 300 bis 400 Wörtern haben und Mehrwert bieten.
Artikel haben elf Prozent an Reichweite eingebüßt und funktionieren nur noch im Rahmen von Newslettern.
Links mit Bedacht setzen
Grundsätzlich gilt: Posts mit Links performen schlechter. Sie reduzieren die Reichweite, da sie User von der Plattform weglotsen. Linkedin will die User auf der Plattform halten. Sinnhaft sind Links dann, wenn man Konversionen erreichen will, beispielsweise Anmeldungen für einen Newsletter oder für ein Event. Dann sollte der Link im Post stehen und im besten Fall von einem weiteren Link begleitet werden. Denn nach der aktuellen Auswertung performen Posts mit mehreren Links besser als mit nur einem.
Für alle, die mit ihren Posts vor allem Sichtbarkeit und Reichweite erreichen wollen, wird empfohlen, auf Links zu verzichten. Unbedingt zu vermeiden sind Links in Kommentaren. Sie können die Sichtbarkeit um das Sechsfache verringern.
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Tipps für mehr Engagement
Mit einigen Tipps und Tricks kann man das Engagement zu den eigenen Posts pushen. Auch hier gilt, Authentizität gewinnt. Abgestraft wird generischer (KI-)Content und alles, was mehr auf Wirkung als auf Inhalt ausgerichtet ist.
Reagiert man 15 bis 30 Minuten vor der Veröffentlichung eines eigenen Posts auf die Beiträge von anderen Personen, kann man die Sichtbarkeit des eigenen Posts um bis zu 21 Prozent steigern.
Das Taggen von bis zu fünf Personen kann im Vergleich zu Posts ohne Tags die Reichweite um 20 Prozent erhöhen. Werden mehr als zehn Personen getaggt, droht eine negative Auswirkung durch den Algorithmus (vor allem, wenn weniger als vier der getaggten Personen mit dem Post interagieren). Kommentare von getaggten Personen wirken sich positiv auf die Reichweite des Posts aus.
Emojis können die Reichweite eines Posts um 20 Prozent reduzieren. Vor allem dann, wenn sie im Übermaß verwendet werden, werden sie mit Spam und werblichen Content in Verbindung gebracht. Symbole wie Häkchen oder Bullet Points hingegen wertet der Algorithmus als neutral.
Eigene Kommentare unter Posts sollten erst nach Ablauf einer Stunde beziehungsweise erst nach 24 Stunden veröffentlicht werden. Im besten Fall dann, wenn es bereits Kommentare von anderen Nutzern gibt. Auf diese sollte man möglichst schnell – innerhalb der ersten Stunde – reagieren, das ermöglicht eine Reichweitensteigerung um 35 Prozent.
Direktes Teilen und Speichern beeinflussen Feed
Im Allgemeinen werden Kommentare von Linkedin höher bewertet als Reaktionen, da sie zu Diskussionen einladen. Für Posts mit Kommentaren besteht eine höhere Chance, dass sie im Feed von Kontakten zweiten Grades angezeigt werden.
Reagiert man in den ersten 120 Minuten nach Veröffentlichung eines Posts in Form von Emojis oder Kommentaren, dann steigert man mit dieser Aktion, die Wahrscheinlichkeit einen Post derselben Person im Feed zu haben, um das Dreifache.
Instant Reposts, also das Teilen eines Posts ohne Kommentar, erhöhen die Chance um 40 Prozent (2024 waren es noch 30 Prozent), dass man die Posts derselben Person im eigenen Feed wiederfindet. Reposts mit Kommentaren hingegen performen in dieser Hinsicht um ein Zehnfaches schlechter als Instant Reposts. Will man hingegen die Reichweite des Posts und die eigene Sichtbarkeit erhöhen, lohnen sich Reposts mit Kommentaren ab 15 Wörtern.
Speichert man einen Post (Option wird mit einem Klick auf die drei Punkte oben rechts angezeigt), dann steigt die Wahrscheinlichkeit um 80 Prozent, dass man wieder einen Post desselben Creator zu Gesicht bekommt.
Mehrere Interaktionen einer Person mit einem Post werden unterschiedlich gewichtet: Die erste Interaktion wirkt sich zu 70, die zweite nur noch zu 30 Prozent aus. Will man mehr Reichweite generieren, lohnen sich also Kommentare vor Reposts und Emojis.