Pressemitteilungen oft unverständlich

Studie

Deutsche Unternehmen, Behörden und Organisationen kommunizieren häufig unverständlich. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wortliga, einem Münchner Hersteller von Textanalyse-Tools. Das Unternehmen hat im November 2025 insgesamt 3.235 Pressetexte auf dem größten deutschen PR-Portal Presseportal.de auf Verständlichkeit überprüft.

Nur etwa jede dritte Pressemitteilung (33 Prozent) erzielt demnach ein gutes oder akzeptables Ergebnis in der Lesbarkeit. Dagegen sind 55 Prozent der Mitteilungen nur mittelmäßig verständlich und fast zwölf Prozent werten die Analysten als medial kaum vermittelbar. Eine gute Verständlichkeit zeichnet sich demnach durch wenige Hauptwörter, mehr Verben und kürzere Sätze aus.


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Auf einer Skala von 1 bis 100 waren Texte zum Thema Unterhaltung („Show“) am klarsten (63,8 Punkte), Mitteilungen von Krankenhäusern (36,4 Punkte) dagegen besonders kompliziert geschrieben. Ein Wert unter 40 erschwert nach Worten der Analysten eine mediale Weiterverarbeitung erheblich. Dabei können auch komplexe Themen verständlich vermittelt werden. Das Thema „Kraftstoffpreise“ (62,5 Punkte) etwa landete im Spitzenfeld der Studie.

Besonders schlecht schnitten Pressemitteilungen aus den Bereichen Rechtsprechung (37,2), Logistik (36,9) und Krankenhaus (36,4) ab. Die Lesbarkeit leidet laut Studie zudem besonders bei negativen Nachrichten wie Insolvenzen: Je unangenehmer die Nachricht, desto länger und bürokratischer würden die Sätze.

„Wir beobachten eine große Kluft“, erklärt Gidon Wagner, Geschäftsführer bei Wortliga. „Besonders in sensiblen Bereichen wie der Gesundheit, Finanzen oder bei Krisenthemen verstecken sich Absender – vielleicht auch ungewollt – hinter Schachtelsätzen und Nominalstil. Autoren nutzen Sprache hier als Instrument zur Distanzierung statt als Brücke zum Leser.“

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