Oliver Blume im Dauer-Medienfokus

Medienpräsenz

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, ist mit großem Abstand der medienwirksamste Dax-CEO des vergangenen Jahres. Auf Platz zwei und drei folgen Armin Papperger (Rheinmetall) und Ola Källenius (Mercedes-Benz). Das zeigt das aktuelle „CEO-Impact-Jahresranking“ von Unicepta. Die Sichtbarkeit der CEOs stand demnach im Zusammenhang mit der strukturellen Krise der Autoindustrie und der sicherheitspolitischen Zeitenwende. Beide Themen hätten die Berichterstattung des vergangenen Jahres geprägt.

Der Media-Intelligence-Anbieter analysiert für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ regelmäßig den medialen Impact aller Vorstandsvorsitzenden der 40 Dax-Unternehmen. Für das Jahresranking 2025 werteten die Analysten 13.206 Beiträge aus 116 deutschen und internationalen Print- und Online-Quellen aus, die zwischen Januar und Dezember 2025 erschienen sind. Das Ranking bildeten sie aus einem Reichweiten-basierten Index-Score, der auf den Gewichtungsfaktoren Rezeptionswahrscheinlichkeit, Fokus und Tonalität fußt.

Blume prägt Debatte über VW-Zukunft

Oliver Blume belegt bereits zum vierten Mal den Spitzenplatz. Seine Sichtbarkeit resultierte aus der krisenhaften Ausgangslage der deutschen Automobilindustrie und des Konzernumbaus. „Bild am Sonntag“ zitierte ihn mit den Worten: „Die Welt ist aus den Angeln geraten: geopolitische Krisen, Kriege, Zölle. Das betrifft die gesamte Industrie und eben auch uns. Wir steuern aber bereits erfolgreich dagegen.“ Damit markieren laut Unicepta Leitmedien Krisenumfeld, Kurskorrektur und Priorisierung als zentrale Treiber der Aufmerksamkeit.

2025 stand auch Blumes Doppelrolle als Vorstandschef von Volkswagen und Porsche im Fokus. Im vierten Quartal folgte die Ankündigung, dass Blume den Porsche-Posten zum Jahreswechsel abgibt. Besonders sichtbar war Blume Unicepta zufolge, wenn es um den Wandel zur E-Mobilität ging. Die „Tagesschau“ (NDR) berichtete, er verlange mit Blick auf das Verbrenner-Aus einen „Realitätscheck“ und „flexible Übergangszeiträume“, betone zugleich aber einen „klaren Fokus auf die E-Mobilität“. Diese Kombination aus Pragmatismus und Zielbild habe die Debatte über Volkswagens Transformationspfad geprägt, heißt es in der Mitteilung von Unicepta.


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Die mediale Präsenz von Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, speiste sich nach den Worten von Unicepta aus Rekordaufträgen, Kapazitätsausbau und einer klaren strategischen Zuspitzung auf Sicherheitsprodukte. „Rheinmetall ist erfolgreich auf seinem Weg, ein globaler Rüstungschampion zu werden“, hieß es etwa bei Reuters. Die Linie wird laut den Analysten flankiert von Aussagen zur Neuausrichtung des Portfolios. „Bild“ zitierte Papperger, man sei „bereit zum Verkauf des zivilen Geschäfts im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres“. Das Zusammenspiel aus anhaltender Nachfrage, Skalierung und Portfoliofokussierung erkläre seine hohe Sichtbarkeit im Jahresverlauf.

Ola Källenius, Vorstandschef von Mercedes-Benz, sei vor allem im Zuge der Regulierungs- und Transformationsdebatte medial sichtbar gewesen. „Wir müssen sehen, wie wir die Regularien pragmatisch anpassen, um drei Dinge zu erreichen: die Dekarbonisierung, die Wirtschaftskraft – und die Vernetzung“, zitierte ihn der „Focus“.  In einem Interview mit dem „Spiegel“ zeigte er sich zum Standort Deutschland positiv gestimmt und betonte die Rolle der Politik, den Mobilitätswandel gestalten zu lassen: „Ich sehe im Koalitionsvertrag sehr viel Ermutigendes, vor allem aber eines: einen Fokus auf Wachstum als Grundvoraussetzung für alles, was wir tun wollen. Das ist sehr positiv.“ Den „Realitätscheck zum Verbrenner-Aus“, so Unicepta, habe er dann in „USA Today“ gesetzt: „Wir müssen uns der Realität stellen. Sonst rasen wir mit voller Geschwindigkeit auf eine Wand zu.“

Christian Sewing und Oliver Zipse auf Platz 4 und 5

Die Sichtbarkeit von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing steht im Zusammenhang mit operativen Ergebnissen und einem tiefgreifenden Umbau. Sein Vertrag wurde im vergangenen Jahr bis April 2029 verlängert. Daneben habe sich Sewing als wirtschaftspolitische Stimme positioniert und mehr Wachstumsdynamik und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland gefordert, um Populismus entgegenzuwirken und Stabilität zu sichern.

Oliver Zipse, Vorstandschef von BMW, stand laut Unicepta 2025 für eine klare Linie zu Technologie und Standort. Die Kombination aus Standortthemen, IAA und Energiekosten- sowie Zollkritik erkläre Zipses anhaltende Sichtbarkeit. Zudem kündigte BMW den CEO-Wechsel zum Mai 2026 an, was die Aufmerksamkeit zusätzlich gebündelt habe.

Die weiteren Platzierungen:
  • Platz 6: Roland Busch (Siemens)
  • Platz 7: Christian Klein (SAP)
  • Platz 8: Guillaume Faury (Airbus)
  • Platz 9: Bill Anderson (Bayer)
  • Platz 10: Bjørn Gulden (Adidas)

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