KI-Sprachmodelle stützen sich bei Recherchen vor allem auf unternehmenseigene Inhalte und gleichen diese mit Drittquellen ab. Zu diesem Ergebnis kommt der Kölner Softwareanbieter Blinq, der mehr als 70.000 Antworten von ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity untersucht hat. Corporate-Seiten wie Websites oder Blogs machten demnach rund 51 Prozent der angegebenen Quellen aus. Dahinter folgen Medienberichte (19 Prozent), Rezensionen auf Testportalen (13 Prozent) und nutzergenerierter Content auf Social-Media-Plattformen (10 Prozent) sowie Referenzen (7 Prozent).
Die Suchanfragen an die Large Language Models (LLM) waren breit gefächert, von „Was ist die beste Pfanne?“ über die besten Marketingagenturen hin zu „Was ist Pro-Aging?“
Serviceorientierte Quellen bevorzugt
Fachmedien spielen demnach eine größere Rolle als allgemeine Medien. Die am häufigsten zitierten News-Seiten sind in der Blinq-Analyse Chip.de (34 Prozent), Utopia.de (11 Prozent) und Welt.de (10 Prozent). Klassische Wirtschaftsmedien wie „Handelsblatt“ (6 Prozent) oder „FAZ“ (4 Prozent) sind zwar vertreten, fallen aber gegenüber serviceorientierten Portalen wie „Chip“ oder „Utopia“ zurück. Die Dominanz solcher Portale, so schreibt Blinq, zeige, dass LLMs bevorzugt auf informellen Dialog, aktuelle Trends und strukturierte Formate wie Listicles als Wissensbasis zurückgreifen würden.
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Review-Seiten und User-Generated Content machen in der Analyse zusammen fast ein Viertel (23 Prozent) der Quellen aus. Die am häufigsten zitierten URLs sind Reddit.com (15 Prozent) und Youtube.com (14 Prozent), die das Feld mit deutlichem Abstand anführen. Linkedin kommt auf sechs Prozent, ebenso Wikipedia.
Die meistzitierten URLs. © Blinq
Die Ergebnisse seien allerdings immer auch abhängig vom Datenset, wie das Unternehmen betonte.