Viele Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich wünschen sich, dass CEOs und Top-Führungskräfte öffentlich sichtbar sind und sich äußern. Das hat eine Befragung der Beratung Apco aus dem Juni ergeben, an der insgesamt 4.092 Personen aus Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich teilnahmen, darunter 1.007 in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens verwendete die Umfrage eine repräsentative Stichprobenmethode für jedes Land.
So stimmen 73 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass eine sichtbare Führung das Vertrauen der Mitarbeiter stärkt. 61 Prozent sagen, eine Vordenkerrolle von Führungskräften verbessere die Unternehmensreputation. Vor allem in Krisenzeiten fordern 87 Prozent öffentliches Engagement durch CEOs.
37 Prozent der Befragten in Deutschland sehen Führungskräftekommunikation skeptisch. 9 Prozent geben an, von Führungskräften beeindruckt oder beeinflusst zu sein. 82 Prozent sprechen sich für eine sichtbare Führung während Unternehmenskrisen aus, 74 Prozent bei politischen oder gesellschaftlichen Krisen. © Apco
Gleichzeitig empfindet nur rund jeder Dritte (31 Prozent) die Kommunikation von Führungskräften als authentisch, vertrauenswürdig (35 Prozent) und korrekt (32 Prozent). In Deutschland sehen 37 Prozent der Befragten Führungskräftekommunikation skeptisch. Nur neun Prozent der Befragten geben an, von Führungskräften persönlich beeindruckt oder beeinflusst zu sein.
Werteorientiert handeln
Diese Glaubwürdigkeitslücke, so befürchten die Befragten, hat Folgen für das Geschäft: Die Reputation von Führungskräften beeinflusst demnach Kaufempfehlungen (63 Prozent), Job-Entscheidungen (64 Prozent) und Investitionen (55 Prozent).
Die Befragung identifiziert Richtlinien für eine effektive Kommunikation von Führungskräften. So finden die Menschen in den vier untersuchten Ländern eine Übereinstimmung zwischen den erklärten Werten und den Handlungen des Unternehmens (61 Prozent) sowie eine Übereinstimmung mit der Unternehmensvision (59 Prozent) wichtig.
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Sie zeigt zudem auf, dass es für verschiedene Generationen unterschiedliche Kommunikation braucht. So bleiben in den untersuchten Märkten traditionelle Nachrichtenquellen und Empfehlungen im persönlichen Umfeld zwar für alle Altersgruppen wichtig. Gleichzeitig nutzen vor allem jüngere Menschen immer öfter digitale Tools und künstliche Intelligenz, um sich eine Meinung über Führungskräfte zu bilden. Unternehmen und ihre Führungskräfte, so raten die Studienautoren, sollten diese Unterschiede nicht nur kennen, sondern auch berücksichtigen.